Krebs-gen­tests

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My­riad Ge­ne­tics Mit Hoch­span­nung ha­ben die Ak­tio­nä­re der auf Gen­tests spe­zia­li­sier­ten My­riad Ge­ne­tics (Nas­daq: MYGN, 30.44 $ am Frei­tag, 2,4 Mrd. $ Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung) das Ver­dikt des Obers­ten US-Ge­richts­hofs er­war­tet. Die­sen Don­ners­tag fäll­ten die Rich­ter des Su­pre­me Court ihr Ur­teil: Ge­ne, wie die bis­her ex­klu­siv von My­riad zur Iden­ti­fi­zie­rung von Pa­ti­en­tin­nen mit er­höh­tem Brust­krebs­ri­si­ko oder be­reits be­ste­hen­dem Mamma­kar­zi­nom ver­wen­de­ten BRCA1 und BRCA2, sei­en als Pro­duk­te der Na­tur grund­sätz­lich nicht pa­ten­tier­bar.

Was auf den ers­ten Blick wie ein ver­nich­ten­der Schlag für das Un­ter­neh­men aus Salt La­ke Ci­ty (US-Bun­des­staat Utah) mit in­ter­na­tio­na­lem Sitz in Zü­rich aus­sieht, soll­te je­doch zu­min­dest mit­tel­fris­tig pro­blem­los ver­kraft­bar sein. My­riad, die BRCA1- und BRCA2-Tests seit 1997 kom­mer­zi­ell an­bie­tet, pro­fi­tiert von ei­nem gros­sen zeit­li­chen Vor­sprung auf an­de­re Dia­gnos­tik­un­ter­neh­men. Bis auf Wei­te­res dürf­te My­riad auch Nut­zen aus den An­fra­gen zie­hen, die die ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin Angelina Jo­lie im Mai durch ihr öf­fent­li­ches Be­kennt­nis aus­ge­löst hat. Jo­lie hat­te sich Tei­le bei­der Brüs­te ent­fer­nen las­sen, nach­dem sie po­si­tiv auf BRCA1 und BRCA2 ge­tes­tet wor­den war.

Das Ge­schäft von My­riad, die im zu­rück­lie­gen­den Ge­schäfts­jahr (per En­de Ju­ni 2012) ei­nen Um­satz von fast 500 Mio. $ und ei­nen Ge­winn von 112 Mio. $ er­wirt­schaf­te­te, war bis vor Kur­zem aus­schliess­lich auf die USA aus­ge­rich­tet. In Eu­ro­pa, wo das Un­ter­neh­men letz­tes Jahr in Mar­tins­ried bei München das ers­te Test­la­bor in Be­trieb ge­nom­men hat, be­steht gros­ser Nach­hol­be­darf. Ver­gli­chen mit den USA wer­den auf Ba­sis der­sel­ben Be­völ­ke­rungs­zahl vier­mal we­ni­ger Brust­krebs­tests durch­ge­führt, er­fuhr FuW vom Ver­ant­wort­li­chen für das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft, Ga­ry King. My­riad will in zwei wei­te­ren Schrit­ten in Süd­ame­ri­ka (ab 2015) und in Asi­en Fuss (2016) fas­sen.

Das zen­tra­le US-La­bor in Salt La­ke Ci­ty kann Be­fun­de in ma­xi­mal vier­zehn Ta­gen lie­fern, wo­mit My­riad trotz der kom­ple­xen Na­tur der Tests ein ho­hes Tem­po an­schlägt. Die aus­ge­feil­ten und an bis­her 1 Mio. Pa­ti­en­tin­nen er­prob­ten Ab­läu­fe soll­ten dem Un­ter­neh­men er­mög­li­chen, bes­ser mit dem jetzt dro­hen­den Preis­druck um­zu­ge­hen. Ver­schie­de­ne Dia­gnos­tik­spe­zia­lis­ten, dar­un­ter auch Bran­chen­rie­sen wie der US-La­bor­kon­zern Qu­est, ha­ben noch am Tag der Ur­teils­ver­kün­dung be­kannt­ge­ge­ben, eben­falls ins Ge­schäft mit BRCA-Krebs­tests ein­zu­stei­gen. Ein klei­ne­rer An­bie­ter, Ge­ne by Ge­ne (nicht ko­tiert), will pro Pa­ti­en­tin nur 995 $ oder we­ni­ger als ein Drit­tel der von My­riad bis an­hin ver­rech­ne­ten 3400 $ ver­lan­gen.

Am Don­ners­tag ver­lo­ren die My­ria­dAk­ti­en 5,6%. Ri­si­ko­fä­hi­gen An­le­gern bie­ten Kurs­schwä­chen die Chan­ce zum Ein­stieg. Die Wachs­tums­aus­sich­ten im Ge­schäft mit Krebs-Gen­tests sind in­takt. Das KGV auf Ba­sis der Ge­winn­schät­zun­gen für 2013/14 von 17 spie­gelt das Po­ten­zi­al im Dia­gnos­tik­markt nur teil­wei­se.

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