Auf­spal­tung der Ban­ken

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TW

Die Ex­per­ten­kom­mis­si­on Too big to fail lehn­te 2010 die Idee ab, Ge­schäfts- und In­vest­ment­ban­ken in der Schweiz zu tren­nen. Nun kün­digt die so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei ei­ne Volks­in­itia­ti­ve an, die ge­nau dies vor­schlägt.

Die SP hat am Mon­tag in Bern ei­ne «Ban­ken­si­cher­heits­in­itia­ti­ve» vor­ge­stellt. Der Ent­wurf des Initia­tiv­tex­tes sieht vor, dass Ar­ti­kel 98 der Bun­des­ver­fas­sung über Ban­ken und Ver­si­che­run­gen mas­siv aus­ge­baut wird. So soll ei­ne in der Schweiz tä­ti­ge Bank oder Fi­nanz­dienst­leis­te­rin ge­mäss Ar­ti­kel 3 des Ban­ken­ge­set­zes nur dann ei­ne Bank­li­zenz er­hal­ten, wenn die Be­rei­che Ge­schäfts­bank und In­vest­ment­bank «per­so­nell, ope­ra­tio­nell und fi­nan­zi­ell» ge­trennt sind – und zwar bin­nen 24 Mo­na­ten nach An­nah­me der Volks­in­itia­ti­ve.

Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den sol­len sich nur an Ge­schäfts­ban­ken be­tei­li­gen dür­fen, nicht aber an In­vest­ment­ban­ken. Die Bas­ler und die Zürcher Kan­to­nal­bank so­wie die Waadt­län­der KB, die al­le gros­se Han­dels- und In­vest­ment-Ban­king-Ak­ti­vi­tä­ten be­trei­ben, müss­ten al­so ih­re In­vest­ment­ban­ken ver­kau­fen.

In­vest­ment­ban­ken dür­fen ge­mäss Initia­tiv­text vom Bund, von den Kan­to­nen, den Ge­mein­den und der Na­tio­nal­bank «kei­ne Ga­ran­ti­en, Re­fi­nan­zie­run­gen und Ret­tungs­mass­nah­men» er­hal­ten. Ge­schäfts­be­zie­hun­gen zwi­schen Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den so­wie In­vest­ment­ban­ken sol­len ver­bo­ten sein. Und Ge­schäfts­ban­ken müss­ten 24 Mo­na­te nach An­nah­me der Volks­in­itia­ti­ve ei­ne un­ge­wich­te­te Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von min­des­tens 20% aus­wei­sen, was vie­le In­sti­tu­te kaum er­fül­len könn­ten. Ob das Ar­ran­gie­ren ei­ner öf­fent­li­chen An­lei­he auch un­ter das Be­zie­hungs­ver­bot fal­len wür­de, ist of­fen.

Ob die SP Schweiz die­se Volks­in­itia­ti­ve der­einst wirk­lich lan­cie­ren wird, ist al­ler­dings noch nicht klar. Das Initia­tiv­pro­jekt be­fin­det sich ge­mäss SP mit ei­ner Rei­he wei­te­rer Pro­jek­te im «Aus­wahl­pro­zess», den die Ge­schäfts­lei­tung der SP Schweiz am 21. Ju­ni star­ten wird. An der De­le­gier­ten­ver­samm­lung vom 29. Ju­ni in Fribourg wird ei­ne Rei­he von Initia­tiv­pro­jek­ten vor­ge­stellt und in ei­ne brei­te Ver­nehm­las­sung ge­schickt. Über die de­fi­ni­ti­ve Lan­cie­rung soll der Par­tei­tag 2014 ent­schei­den.

In der Schweiz wur­de die Kom­bi­na­ti­on nach der Fi­nanz­kri­se im Rah­men der Ex­per­ten­kom­mis­si­on Too big to fail zwar ex­pli­zit sank­tio­niert. Auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne bleibt die Tren­nung je­doch ein The­ma. Zu­letzt hat der breit be­ach­te­te Be­richt der Ex­per­ten­kom­mis­si­on Liika­nen für ei­ne Tren­nung der Han­dels- von den Ge­schäfts­ak­ti­vi­tä­ten plä­diert.

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