«Mit­tel ge­ziel­ter in Wachs­tum in­ves­tie­ren»

BER­NARD FON­TA­NA Der CEO des welt­gröss­ten Ze­ment­her­stel­lers Hol­cim will auch im zy­kli­schen Ab­schwung ei­ne Min­dest­ren­di­te von 8% auf dem Ka­pi­tal her­aus­ho­len

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE -

Die eu­ro­päi­schen Ze­ment­her­stel­ler ha­ben in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren ih­re Ka­pi­tal­kos­ten nicht ver­dient. Auch Hol­cim nicht. Ber­nard Fon­ta­na, CEO des welt­weit gröss­ten An­bie­ters, will das nicht län­ger ak­zep­tie­ren. «Ab 2014 müs­sen wir auch in ei­nem zy­kli­schen Ab­schwung 8% Ren­di­te er­wirt­schaf­ten», be­tont der Fran­zo­se. Herr Fon­ta­na, als Sie im Früh­jahr 2012 zu Hol­cim sties­sen, kann­ten Sie we­der die Ze­ment­in­dus­trie noch das Un­ter­neh­men. Wie füh­len Sie sich in Ih­rem Job heu­te? Sehr gut. Ich ha­be mei­ne Kar­rie­re vor al­lem in der Schwer­in­dus­trie, et­wa dem Stahl, ver­bracht. Ich ha­be hier die Mög­lich­keit, so­wohl kos­ten­sei­tig, kun­den­ori­en­tiert als auch stra­te­gisch zu ar­bei­ten. Wel­ches sind die gröss­ten Un­ter­schie­de zwi­schen der Stahl- und der Ze­ment­in­dus­trie? Im Bau­sek­tor ist das Ge­schäft bes­ser plan­bar, vor al­lem wenn es um gros­se Pro­jek­te geht. Zu­dem ha­ben in der Stahl­in­dus­trie die Kun­den teil­wei­se ei­ne stär­ke­re Po­si- Wenn wir das Ge­fühl ha­ben, sol­che Ri­si­ken zu er­ken­nen, pas­sen wir die in­ter­nen Kri­te­ri­en für In­ves­ti­tio­nen an, das heisst, wir ver­lan­gen ei­nen hö­he­ren Re­turn. Hin­zu kommt, dass der­ar­ti­ge Ri­si­ken sel­ten gleich­zei­tig in meh­re­ren Län­dern vi­ru­lent wer­den. Wir sind in mehr als sieb­zig Län­dern ak­tiv, die geo­gra­fi­sche Di­ver­si­fi­ka­ti­on wirkt als Ri­si­ko­aus­gleich. Se­hen Sie in ei­nem an­de­ren Land ein ana­lo­ges Ri­si­ko zu Ve­ne­zue­la, al­so die Ge­fahr ei­ner Ver­staat­li­chung? Un­ser gröss­tes Ri­si­ko ist die Wirt­schafts­kri­se in Eu­ro­pa! Wir ver­su­chen, über Re­struk­tu­rie­rung Ge­gen­steu­er zu ge­ben, und ver­zich­ten auf grös­se­re In­ves­ti­tio­nen. Wie lief das Ge­schäft im April und Mai? Das ers­te Quar­tal war vom har­schen Win­ter ge­prägt. Zu­dem gab es ei­ni­ge Ar­beits­ta­ge we­ni­ger als üb­lich we­gen der frü­hen Os­tern. Die­se Ne­ga­tiv­fak­to­ren sind weg­ge­fal­len Im Vor­der­grund steht für uns aber die Preis­ent­wick­lung. So konn­ten wir die Prei­se in den USA seit Ja­nu­ar rund 5 $ pro Ton­ne er­hö­hen. Latein­ame­ri­ka und Süd­ost­asi­en ent­wi­ckeln sich wei­ter­hin gut. Der Preis ist der be­deu­tends­te He­bel, um das ope­ra­ti­ve Re­sul­tat zu stei­gern. Wie steu­ern Sie Vo­lu­men und Preis? Ei­ne der Rah­men­be­din­gun­gen von Le­a­dership Jour­ney lau­tet: Preis vor Vo­lu­men. Mar­ge und Wert­schöp­fung ha­ben Prio­ri­tät.

Wenn wir un­se­re Ren­di­te­zie­le er­rei­chen, müss­te un­ser Bör­sen­kurs deut­lich hö­her no­tie­ren.

«Soll­te sich für Hol­cim die Ge­le­gen­heit ei­ner grös­se­ren Über­nah­me er­ge­ben, ist auch ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung ein The­ma»,

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