Ka­bel Deutsch­land um­wor­ben

DEUTSCH­LAND

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/TELECOM - DM,

John Ma­lo­ne, Chef des welt­gröss­ten Ka­bel­netz­be­trei­bers Li­ber­ty Glo­bal, macht in ei­nem cle­ve­ren Schach­zug dem Mo­bil­funk­an­bie­ter Vo­da­fo­ne das Le­ben schwer. Li­ber­ty – die Mut­ter von UPC Ca­ble­com – hat für Ka­bel Deutsch­land ei­nen «vor­läu­fi­gen Vor­schlag» für ei­ne Über­nah­me ab­ge­ge­ben, wie der deut­sche Ka­bel­netz­be­trei­ber am Mon­tag­abend be­stä­tig­te. Ge­mäss «FT» soll Li­ber­ty 85 € je Ak­tie bie­ten. Die Ak­ti­en Ka­bel Deutsch­land zo­gen am Di­ens­tag 3,7% auf 85.55 € an.

Vo­ri­ge Wo­che be­stä­tig­ten schon Vo­da­fo­ne und Ka­bel Deutsch­land Ge­sprä­che. Agen­tur­mel­dun­gen zu­fol­ge soll der Mo­bil­funk­rie­se 81 € je Ak­tie ge­bo­ten ha­ben. Aus Krei­sen von Ka­bel-Deutsch­land-Ak­tio­nä­ren heisst es, erst ein Ge­bot ab 90 € wer­de ak­zep­tiert. Für Li­ber­ty wä­re ein Kauf von Ka­bel Deutsch­land ein kaum ver­dau­ba­rer Bro­cken. Die Grup­pe, die rund 15 Mio. Kun­den hat – da­von 1,9 Mio. Breit­band- und Te­le­fo­nie­kun­den, weist fast 3 Mrd. € Net­to­ver­schul­dung aus. Li­ber­ty müss­te al­so ins­ge­samt gut 10,5 Mrd. € auf­wer­fen. Dies ent­spricht et­wa dem Zwölf­fa­chen des für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr ge­schätz­ten ope­ra­ti­ven Er­geb­nis (Ebitda). Auch ist Li­ber­ty in Deutsch­land be­reits mit Ka­bel BW und Uni­ty­me­dia ver­tre­ten. Die Com­merz­bank meint, dass der De­al kar­tell­recht­lich nur mit 30% Wahr­schein­lich­keit durch­kommt. Auch wür­de sich das an­ge­spann­te Fi­nanz­pro­fil von Li­ber­ty wei­ter ver­schlech­tern.

Für Vo­da­fo­ne da­ge­gen wä­re ei­ne Über­nah­me von Ka­bel Deutsch­land kar­tell­recht­lich un­pro­ble­ma­tisch. Vo­da­fo­ne er­hiel­te da­durch wich­ti­ge Netz­in­fra­struk­tur für die schnel­le Da­ten­über­tra­gung in ei­nem um­kämpf­ten Kern­markt. Auch könn­te dies oh­ne den Ver­kauf der Be­tei­li­gung an der US-Mo­bil­funk­grup­pe Ve­ri­zon Wi­re­less fi­nan­ziert wer­den. In­ves­to­ren soll­ten sich bei Vo­da­fo­ne aber zu­rück­hal­ten, da der Kon­zern mit Wachs­tums­pro­ble­men kämpft und so oder so vor sehr ho­hen In­ves­ti­tio­nen steht.

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