Kom­pro­miss für Ge­ne­ri­ka

USA

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - PA

Gros­se Phar­ma­gesell­schaf­ten nut­zen die kom­pli­zier­ten Re­geln des Pa­tent­rechts, um bil­li­ge Ge­ne­ri­ka vom Markt fern­zu­hal­ten. Ei­ne gän­gi­ge Me­tho­de ist un­ter der Be­zeich­nung Pay for De­lay be­kannt: Der Ori­gi­nal­her­stel­ler klagt zu­nächst we­gen an­geb­li­cher Pa­tent­ver­let­zung ge­gen die Ge­ne­ri­kaan­bie­ter und bie­tet dann ei­nen Ver­gleich an.

Die Ge­ne­ri­ka­gesell­schaft er­hält ei­ne grös­se­re Geld­sum­me und zö­gert die Pro­duk­ti­on der preis­wer­ten Al­ter­na­ti­ve ei­ni­ge Mo­na­te hin­aus. Da­von pro­fi­tie­ren so­wohl der Ori­gi­nal­her­stel­ler, der län­ger den ho­hen Preis für sein Me­di­ka­ment for­dern kann, als auch das Ge­ne­ri­kaun­ter­neh­men, das ei­ne Art Ab­fin­dung er­hält. Al­lein in den USA gab es im ver­gan­ge­nen Jahr vier­zig sol­cher Ver­glei­che.

Der US-Su­pre­me-Court hat nun die­sen Mon­tag mit fünf zu drei Stim­men ent­schie­den, dass die Fe­deral Tra­de Com­mis­si­on (FTC) das Recht hat, die Pa­tent­ver­glei­che zwi­schen Ori­gi­nal­her­stel­lern und Ge­ne­ri­kaan­bie­tern an­zu­fech­ten. Ins Rol­len ge­bracht hat das Ur­teil der Ver­gleich zwi­schen Sol­vay (ge­hört heu­te zu Ab­bVie) und den Ge­ne­ri­ka­spe­zia­lis­ten Ac­ta­vis, Pad­dock La­bo­ra­to­ries und Par Phar­maceu­ti­cal. Sol­vay hat­te die drei Her­stel­ler 2003 für den Ver­kauf von bil­li­gen Ver­sio­nen des Tes­to­ste­ron­mit­tels An­dro­gel ver­klagt. Nach ei­nem Ver­gleich zahl­te Sol­vay den Un­ter­neh­men 30Mio. $imJahr­um­denAn­dro­gel-Um­satz von 125 Mio. $ nicht zu ge­fähr­den. Ge­mäss dem neu­en Ab­kom­men müs­sen Ac­ta­vis, Pad­dock La­bo­ra­to­ries und Par Phar­maceu­ti­cal ih­re ge­ne­ri­schen Ver­sio­nen bis 2015 zu­rück­hal­ten. Das An­dro­gel Pa­tent läuft 2020 aus.

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