Zins­schock für die Märk­te

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US-No­ten­bank kün­digt En­de des Sti­mu­lus­pro­gramms QE 3 an – In­ves­to­ren brau­chen neue Stra­te­gie

Die Wirt­schafts­la­ge in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten hellt sich mehr und mehr auf. Das zeigt auch der über­ra­schend zu­ver­sicht­li­che Kon­junk­tur­aus­blick des Fe­deral Re­ser­ve. Die USNo­ten­bank spricht erst­mals seit zwei Jah­ren nicht mehr von ei­nem Rück­schlags­ri­si­ko für die Wirt­schaft und hebt die Pro­gno­sen für das Wachs­tum und den Ar­beits­markt an. Das Sti­mu­lus­pro­gramm QE 3, mit dem sie täg­lich Mil­li­ar­den ins Fi­nanz­sys­tem pumpt, will sie des­halb ge­gen En­de Jahr gra­du­ell zu­rück­fah­ren und Mit­te 2014 so­gar ganz be­en­den.

Rund um den Glo­bus ver­setzt das die Märk­te in Auf­ruhr. Die freund­li­che Kon­junk­tur­ein­schät­zung macht klar, dass die Li­qui­di­täts­schwem­me nicht auf ewig an­hal­ten wird. Auch wenn Fed-Chef Ben Bernan­ke ver­si­chert, dass die US-No­ten­bank die Zü­gel noch lan­ge schlei­fen las­sen wird, wächst die Angst vor stei­gen­den Zin­sen. Der US-Leit­in­dex S&P 500 hat seit Wo­chen­be­ginn deut­lich an Ter­rain ein­ge­büsst und am Don­ners­tag den schwers­ten Rück­schlag seit No­vem­ber 2011 er­lit­ten. Deut­li­che Ver­lus­te ver­zeich­nen eben­so die Bör­sen in Eu­ro­pa, Asi­en und Latein- ame­ri­ka. Der Goldpreis ist un­ter 1300 $ pro Un­ze ein­ge­bro­chen und Sil­ber no­tiert un­ter 20 $. Be­son­ders emp­find­lich re­agiert der An­lei­hen­markt, wo die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen ( Tre­a­su­ries) am Frei­tag auf 2,5% hoch­ge­schnellt ist.

Für In­ves­to­ren stellt sich da­mit die Fra­ge, wie sie sich ver­hal­ten sol­len, wenn die Ren­di­ten am Bond­markt wei­ter stei­gen. An­halts­punk­te da­zu lie­fert ein Blick zu­rück in den Som­mer 2003 als der letz­te Zin­szy­klus sein Tief mar­kier­te. Wie heu­te kam es da­mals an den Märk­ten zu ei­ner hef­ti­gen Schock­re­ak­ti­on.

Fed-Chef Ben Bernan­ke löst ein Be­ben aus: Die Märk­te wer­den sich plötz­lich be­wusst, dass die Li­qui­di­täts­schwem­me nicht ewig an­hält.

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