Gold­bach kämpft mit den Prei­sen

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - AK

Un­ver­ständ­nis und Wut sieht Ge­ri Ae­bi bei sei­nen Kun­den: «Die Wer­be­trei­ben­den wis­sen nicht, was sie für ihr Geld be­kom­men.» Der CEO der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­grup­pe Wirz er­ei­fert sich über das Hin und Her um die TV-Ein­schalt­quo­ten in die­sem Jahr. Nach­dem Me­dia­pul­se sie für Mitt­woch frei­gab, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ih­re Ver­öf­fent­li­chung nach ei­ner Be­schwer­de des Sen­ders 3+ kurz dar­auf mit ei­ner su­per­pro­vi­so­ri­schen Ver­fü­gung wie­der ver­bie­ten las­sen. Der Streit dreht sich um die neue Mess­me­tho­de, mit der die Nut­zungs­da­ten er­ho­ben wer­den. Seit Ja­nu­ar gibt es schon kei­ne ak­tua­li­sier­ten Da­ten.

Stark be­trof­fen ist die Gold­bach Group, de­ren Toch­ter Gold­bach Me­dia die Schwei­zer Wer­be­fens­ter der pri­va­ten deut­schen TV-Sen­der und auch von 3+ ver­mark­tet. Nach den durch­ge­si­cker­ten Zah­len ge­hö­ren vor­ab sie zu den Ver­lie­rern: So soll der Markt­an­teil von RTL, an­hand der neu­en Mess­me­tho­de, im Schnitt nun 25% tie­fer sein als 2012; für Sat.1 und 3+ be­trägt das Mi­nus 18 bzw. 16%. Die Füh­rung der Gold­bach Group (die zu­letzt 84% des Be­triebs­ge­win­nes mit der Ver­mark­tung von TV-Sen­dern mach­te) liess nun aber er­neut de­men­tie­ren, dass dar­um ei­ne Ge­winn­war­nung nö­tig sei. Alexander Du­phorn, Chef von Gold­bach Me­dia, er­klär­te ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft»: «Gold­bach Me­dia hat im ers­ten Halb­jahr 2013 ei­nen Um­satz­zu­wachs ver­zeich­net.»

Gold­bach re­spek­ti­ve die ver­tre­te­nen Sen­der ha­ben für das ers­te Halb­jahr al­ler­dings Leis­tungs­ga­ran­ti­en ge­währt, auf Ba­sis der al­ten Mes­sung, die hö­he­re Ein­schalt­quo­ten er­gab. Falls al­so ei­ne Sen­dung nicht die er­war­te­te Zu­schau­er­zahl er­reicht, er­hält der Wer­be­auf­trag­ge­ber Gra­tis­spots. Dass sich da­durch ein «Berg» an Gra­tis­spots an­ge­häuft ha­be, ver­neint Du­phorn: «Der grösste Teil ist schon aus­ge­gli­chen.» Kom­plex ist die Fra­ge, was mit den Prei­sen der Wer­be­fens­ter ge­sche­hen wird. Zu be­rück­sich­ti­gen ist der Um­stand, dass – auf Ba­sis der neu­en Mess­me­tho­de – die TV-Nut­zung in der Deutsch­schweiz im Durch­schnitt um mehr als 10% ge­sun­ken ist. Doch «grund­sätz­lich lässt sich sa­gen, dass wir für un­se­re TV-Sen­der im Schnitt eher leich­te Preis­re­duk­tio­nen in den Markt ge­ben wer­den», so Du­phorn.

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