Kei­ne Exit­stra­te­gie

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Die Na­tio­nal­bank be­tont die Ri­si­ken im Fi­nanz­sek­tor

Die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) muss we­gen des Min­dest­kur­ses an der Null­zins­po­li­tik fest­hal­ten. Des­halb be­fürch­tet sie ei­ne wei­te­re Ver­schär­fung der La­ge am Im­mo­bi­li­en­markt. Be­son­ders ex­po­niert sind in­lan­d­ori­en­tier­te Ban­ken, denn sie tra­gen am meis­ten zum Wachs­tum des Hy­po­the­ken­ge­schäfts bei. Die SNB er­war­tet des­halb von ih­nen Ka­pi­tal­pols­ter, die über das re­gu­la­to­ri­sche Mi­ni­mum hin­aus­ge­hen. Sie warnt die Ban­ken da­vor, die Ri­si­ken in der Re­fi­nan­zie­rung zu un­ter­schät­zen. Spar­gelder kön­nen schnell ab­flies­sen, wenn die lang­fris­ti­gen Zin­sen stei­gen und Ob­li­ga­tio­nen at­trak­ti- ver wer­den. Von den bei­den Gross­ban­ken for­dert die SNB mehr Trans­pa­renz und Glaub­wür­dig­keit bei der Be­rech­nung der ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ak­ti­ven, die für die Ka­pi­tal­aus­stat­tung zen­tral sind.

Auch was ihr ur­sprüng­li­ches Kern­ge­schäft – die Geld­po­li­tik – be­trifft, warnt die SNB vor Ab­wärts­ri­si­ken für die Schweiz. Sie malt ein düs­te­res Bild, falls die Kri­se in Eu­ro­pa auf­flammt. Das ist zwar nicht ihr Haupt­sze­na­rio, doch es be­wirkt, dass der Min­dest­kurs wei­ter­hin ver­tei­digt wird und die Fremd­wäh­rungs­re­ser­ven nicht ab­ge­baut wer­den. Über die Exit­stra­te­gie spricht die SNB nicht.

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