Bri­ti­sche Ban­ken be­nö­ti­gen Ka­pi­tal

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - CLIF­FORD PADEVIT,

Neu ein­ge­führ­ter Ver­schul­dungs­fak­tor setzt Bar­clays un­ter Druck

Die gröss­ten acht bri­ti­schen Ban­ken be­nö­ti­gen mehr Ei­gen­ka­pi­tal. Das ist das Fa­zit ei­ner Über­prü­fung der Ei­gen­ka­pi­tal­po­si­tio­nen auf Ba­sis der neu­en in­ter­na­tio­na­len Ka­pi­tal­vor­schrif­ten Basel III. Ins­ge­samt feh­len 27,1 Mrd. £ (39 Mrd. Fr.). Die Ban­ken ha­ben bis En­de Jahr Zeit, die Lü­cke auf­zu­fül­len.

Die Be­rech­nung der Ka­pi­tal­lü­cke wur­de von der Pru­den­ti­al Re­gu­la­ti­on Aut­ho­ri­ty (PRA) – ei­ner Nach­fol­ge­be­hör­de der FSA – ge­macht, an­ge­ord­net wor­den war sie je­doch von ei­nem Gre­mi­um bei der Bank of En­g­land, das die Ri­si­ken für das ge­sam­te Fi­nanz­sys­tem im Au­ge hat. Im Vor­der­grund stand da­bei die Min­dest- ka­pi­tal­quo­te (Co­re Equi­ty Tier 1) von 7%. An­ge­wandt auf die Bi­lanz von En­de 2012, führt die Be­rech­nung bei der zu 82% vom Staat kon­trol­lier­ten Roy­al Bank of Scot­land (RBS) zu ei­nem Ka­pi­tal­be­darf von 13,6 Mrd. £ (vgl. Ta­bel­le). Wenn die in der Zwi­schen­zeit ge­plan­ten Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung des Ka­pi­tal­puf­fers ab­ge­zo­gen wer­den, bleibt ei­ne ef­fek­ti­ve Lü­cke von 3,2 Mrd. £. Die zwei­te teil­ver­staat­lich­te Bank, Lloyds, be­nö­tigt ef­fek­tiv wei­te­re 7 Mrd. £. Was die Co-Ope­ra­ti­ve Bank macht, um die er­for­der­li­chen 1,5 Mrd. £ zu fin­den, gab sie An­fang Wo­che be­kannt (vgl. Mitt­woch­aus­ga­be). Bei den Ban­ken Bar­clays und Na­ti­onwi­de ist der Ka­pi­tal­be­darf zur Er­rei­chung der Min­dest­ka­pi­tal­quo­te ge­rin­ger. Bar­clays schrieb in ei­ner Mit­tei­lung, es sei für den Net­to­be­darf von 1,7 Mrd. £ kei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung nö­tig.

Zum ers­ten Mal hat die PRA bei der Über­prü­fung auch das Ver­hält­nis von Ei­gen­ka­pi­tal zur Bi­lanz­sum­me an­ge­schaut; die­se Le­ver­a­ge Ra­tio muss min­des­tens 3% be­tra­gen. Wie die Schwei­zer Na­tio­nal­bank bei UBS und CS (vgl. Sei­te 5), for­dert die Be­hör­de Bar­clays und Na­ti­onwi­de auf, ih­re Bi­lanz ent­spre­chend an­pas­sen. Bar­clays feh­len 0,5 Pro­zent­punk­te um auf das Mi­ni­mum zu kom­men, Na­ti­onwi­de fehlt ein gan­zer Pro­zent­punkt. Im Ju­li wird be­kannt, wie sie den Ver­schul­dungs­fak­tor ver­bes­sern wol­len. In den Zah­len der PRA zum Ka­pi­tal­be­darf sind die­se An­pas­sun­gen nicht ent­hal­ten. Ana­lys­ten von No­mu­ra ha­ben kal­ku­liert, dass Bar­clays zur Er­rei­chung der Le­ver­a­ge Ra­tio per En­de 2013 zu­sätz­lich 8 Mrd. £ Ei­gen­ka­pi­tal be­nö­tig­te oder die Bi­lanz um 270 Mrd. £ kür­zen müss­te. Hät­te sie bis 2014 Zeit, wä­ren es zu­sätz­lich 4 Mrd. £ Ka­pi­tal oder ei­ne Kür­zung von 135 Mrd. £.

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