Die Hit­ze bleibt gross

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DM

Das Aus­lo­ten mög­li­cher Ziel­ob­jek­te für Über­nah­men geht im Tele­com­sek­tor mun­ter wei­ter. Für Dis­kus­si­ons­stoff sorgt der US-Tele­com­rie­se AT&T, der ge­mäss Bloom­berg in­of­fi­zi­el­le Ge­sprä­che mit der spa­ni­schen Re­gie­rung ge­führt ha­ben soll (vgl. FuW vom Mitt­woch). AT&T ha­be bis zu 29,9% am spa­ni­schen Ex-Mo­no­po­lis­ten Te­le­fó­ni­ca kau­fen wol­len, sei aber auf Ab­leh­nung ge­stos­sen, hiess es. Zu­vor sei ei­ne Voll­über­nah­me er­wo­gen wor­den.

We­gen ih­rer Rol­le in der Da­ten­über­mitt­lung gel­ten Tele­com­an­bie­ter in vie­len Län­dern als schüt­zens­wer­te Un­ter­neh­men. In süd­eu­ro­päi­schen Län­dern stos­sen aus­län­di­sche Be­tei­li­gun­gen ten­den­zi­ell auf mehr Wi­der­stand – was dem öf­fent­lich ver­kün­de­ten An­sin­nen der EU-Kom­mis­si­on ent­ge­gen­steht, grenz­über­schrei­ten­de Ko­ope­ra­tio­nen zu för­dern und den Markt zu ver­ein­heit­li­chen. Da we­gen der schlech­ten Wirt­schafts­la­ge die Ex-Mo­no­po­lis­ten un­ter der Ero­si­on ih­res Ge­schäfts lei­den und gleich­zei­tig ho­he In­ves­ti­tio­nen in den Aus­bau der Net­ze nö­tig wä­ren, ist die Bran­che fi­nan­zi­ell ge­for­dert. Aus­ser­halb Eu­ro­pas wird dies als mög­li­cher güns­ti­ger Ein­stiegs­zeit­punkt ge­se­hen.

Auch Vo­da­fo­ne will kau­fen

An­geb­lich hat AT&T auf das bri­ti­sche Mo­bil­funk­ge­schäft von Te­le­fó­ni­ca (O2) oder auf die Süd­ame­ri­kaak­ti­vi­tä­ten ein Au­ge ge­wor­fen. Auch das bri­ti­sche Mo­bil­funk-Jo­int-Ven­ture Ever­y­thing Ever­yw­he­re (Deut­sche Te­le­kom/Fran­ce Tele­com) so­wie Be­tei­li­gun­gen von Vo­da­fo­ne sei­en auf der Lis­te. Vo­da­fo­ne selbst ar­bei­tet an der Über­nah­me von Ka­bel Deutsch­land. Ein hö­he­res An­ge­bot wur­de bis Re­dak­ti­ons­schluss aber nicht pu­blik. Vor ei­ni­gen Ta­gen hat der USKa­bel­kon­zern Li­ber­ty Glo­bal ein vor­läu­fi­ges Ge­gen­an­ge­bot vor­ge­legt.

An der Bör­se sorg­ten die Mel­dun­gen für kei­ne gros­sen Be­we­gun­gen. Die Wahr­schein­lich­keit, dass Te­le­fó­ni­ca von ei­nem US-Kon­zern ge­schluckt wird, ist nicht al­lein aus po­li­ti­schen Über­le­gun­gen als ge­ring ein­zu­stu­fen. Die ho­he Ver­schul­dung er­schwert die Fi­nan­zie­rung ei­nes sol­chen De­als. Doch der­zeit spricht je­der mit je­dem, was vie­le Sze­na­ri­en denk­bar macht. Nicht aus­ge­schlos­sen ist auch, dass sich et­wa Vo­da­fo­ne noch ein an­de­res Ak­qui­si­ti­ons­ob­jekt sucht (et­wa die Swiss­com-Toch­ter Fast­web) oder die Be­tei­li­gung am US-Mo­bil­funk­kon­zern Ve­ri­zon Wi­re­less zur Dis­po­si­ti­on stellt.

Soft­bank kommt vor­an

An­ders als in frü­he­ren Kon­so­li­die­rungs­run­den ha­ben die Ge­sprä­che glo­ba­le Di­men­sio­nen. Vor­rei­ter ist ein en­ger Ver­bün­de­ter von AT&T, der me­xi­ka­ni­sche Mil­li­ar­där Car­los Slim (Amé­ri­ca Móvil), der 2012 in KPN und Te­le­kom Aus­tria ein­ge­stie­gen ist. Aus Ja­pan will fer­ner Soft­bank im Bie­ter­kampf um die Num­mer drei im US-Mo­bil­funk, Sprint Nex­tel, mit ei­ner ver­süss­ten Of­fer­te re­üs­sie­ren.

Die Chan­cen sind ge­stie­gen: Der TVAn­bie­ter Dish er­höht sei­ne Ge­gen­of­fer­te für Sprint nicht. Noch un­klar ist, ob die Ak­tio­nä­re der Sprint-Be­tei­li­gung Cle­ar­wire ei­nem hö­he­ren An­ge­bot von Sprint zu­stim­men oder doch dem von Dish. Cle­ar­wire hält ein wert­vol­les US-Mo­bil­funk­spek­trum. In dem auf­ge­heiz­ten Um­feld steigt das Ri­si­ko, dass ein po­ten­zi­el­ler Käu­fer über­teu­ert ein­kauft.

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