Ae­vis hat sich viel vor­ge­nom­men

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - CAR­LA PALM

Zwei Über­nah­men bis Jah­res­en­de – Ope­ra­ti­ve Zie­le be­stä­tigt – Ge­rin­ger Free­float

Die West­schwei­zer Pri­vat­spi­tal­grup­pe Ge­no­lier Swiss Me­di­cal Net­work will wei­ter zu­kau­fen. «Bis En­de des Jah­res sind zwei Ak­qui­si­tio­nen ge­plant», kün­dig­te der De­le­gier­te des Ver­wal­tungs­rat, An­toi­ne Hu­bert, an der In­ves­to­ren­kon­fe­renz in Zü­rich ver­gan­ge­nen Mitt­woch an. Das In­ter­es­se von An­le­ger­sei­te an der gröss­ten Spi­tal­ket­te der Schweiz, die un­ter dem Hol­ding­na­men Ae­vis an der SIX Swiss Ex­ch­an­ge ko­tiert ist, war gross.

Fünf­zehn Ana­lys­ten be­zie­hungs­wei­se Ver­mö­gens­ver­wal­ter fan­den sich in den neu­en Kon­fe­renz­räum­lich­kei­ten der Pri­vat­kli­nik Betha­ni­en für ein Un­ter­neh­mens-Up­date ein. Ge­no­lier hat­te Betha­ni­en 2009 über­nom­men und mit um­fang­rei­chen Sa­nie­rungs­mass­nah­men aus dem «an­ge­staub­ten Dia­ko­nie­werk», sag­te Hu­bert, ei­ne Kli­nik mit «Re­sort­cha­rak­ter» ge­macht.

Kli­ni­ken break-even

Mit Betha­ni­en geht es seit­dem wie­der auf­wärts, auch wenn das ers­te Quar­tal 2013 ei­nen rück­läu­fi­gen Um­satz zeigt (–11%). Auch die bei­den jüngs­ten Neu­zu­gän­ge, die Pri­vat­kli­nik Lind­berg in Win­ter­thur und La Pro­vi­dence in Neu­en­burg sei­en be­reits break-even, wie Hu­bert be­rich­te­te. Dank der Zahl von Ak­qui­si­tio­nen aus dem ver­gan­ge­nen Jahr (Clinica Ars Me­di­ca, Clinica Sant’An­na, Pri­vat­kli­nik Obach, Lind­berg und La Pro­vi­dence) ist Ge­no­lier in al­len drei Schwei­zer Lan­des­tei­len ver­tre­ten. Dies sei wich­tig für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Ver­si­che­rern, er­läu­ter­te Hu­bert. Mit der Ein­füh­rung der DRG-Fall­pau­scha­len sei das Um­feld für al­le Spi­tä­ler in der Schweiz här­ter ge­wor­den. Hu­bert füg­te als Bei­spiel Deutsch­land an, wo mit den Fall­pau­scha­len vie­le öf­fent­li­che Spi­tä­ler in Pri­vat­häu­ser um­ge­wan­delt wor­den sei­en. Ob Ähn­li­ches auch in der Schweiz ge­sche­he, sei of­fen, so Hu­bert.

Der Um­satz der Grup­pe ist 2012 ak­qui­si­ti­ons­be­dingt 72% auf 344,4 Mio. Fr. ge­stie­gen, die Be­triebs­ge­winn­mar­ge (Stu­fe Ebitda) ver­harrt al­ler­dings noch auf 11,6%. Das soll sich än­dern, kün­dig­te Hu­bert an und be­stä­tig­te die mit­tel­fris­ti­gen Zie­le, die Ebitda-Mar­ge auf 20% an­zu­he­ben. 2013 soll zu­dem ein Um­satz von mehr als 450 Mio. Fr. mög­lich sein. Aus­ser durch Ak­qui­si­tio­nen wach­se Ge­no­lier auch in­tern durch den Zu­wachs an neu­en Be­leg­ärz­ten, für die das Kli­nik­mo­dell im­mer at­trak­ti­ver wer­de.

Wei­te­re In­vest­ments

Ne­ben dem rei­nen Spi­talge­schäft in der Schweiz in­ves­tiert Ge­no­lier in ei­ne ei­ge­ne Me­di­ka­men­ten­mar­ke (Ne­scens), in ei­nen Am­bu­lanz-Ser­vice so­wie in die auf äs­the­ti­sche Chir­ur­gie spe­zia­li­sier­te Kli­nik Ne­scens Spon­ti­ni in Pa­ris. Der Am­bu­lan­zSer­vice trug im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr be­reits 7,6 Mio. Fr. zum Um­satz bei. Ge­no­lier hält 80% an AS Am­bu­lan­ce Ser­vices aus Genf. Wei­te­re Ak­qui­si­tio­nen in die­sem Sek­tor sind ge­plant.

Für Pri­vat­an­le­ger ist ein En­ga­ge­ment in Ae­vis schwie­rig. Die Ak­tio­närs­grup­pe um Hu­bert hält 89% der Ti­tel. Den Streu­be­sitz auf über 20% zu er­hö­hen, ist ein An­lie­gen, wie Hu­bert be­kräf­tig­te. Das Ver­spre­chen gibt er nun schon seit lan­gem. Am Ran­de der Kon­fe­renz wur­de da­her über ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung spe­ku­liert.

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