Sor­ge um Wett­be­werbs­fä­hig­keit

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Für Bun­des­rat Jo­hann Schnei­der-Am­mann ist die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Schweiz in Ge­fahr. Falls «1:12» und Min­dest­lohnInitia­ti­ve, Zu­wan­de­rungs­in­itia­ti­ve oder das Be­geh­ren von Eco­pop an­ge­nom­men wür­den, hät­te das gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen auf die ge­sam­te Schwei­zer Wirt­schaft, sag­te der Vor­ste­her des De­par­te­ments für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung an ei­nem An­lass des Schwei­ze­ri­schen Ver­ban­des der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on (Asut) am Don­ners­tag in Bern.

Nicht nur Gross­kon­zer­ne, auch klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men könn­ten gu­te Fach­kräf­te ver­lie­ren. Vor al­lem aber wür­de die Schweiz ih­ren aus­ge­zeich­ne­ten Ruf als Wirt­schafts­stand­ort ver­lie­ren, be­ton­te er. Aus­län­di­sche Ge­sell­schaf­ten wür­den es sich wohl mehr als zwei­mal über­le­gen, Nie­der­las­sun­gen oder Zweig­stel­len auf­zu­bau­en oder gar den Haupt­sitz in die Schweiz zu ver­le­gen, hiess es wei­ter.

Auch die Ener­gie­stra­te­gie 2050 mach­te Schnei­der-Am­mann zum The­ma. Als Mit­glied der Lan­des­re­gie­rung ste­he er selbst­ver­ständ­lich hin­ter der bun­des­rät­li­chen Ener­gie­po­li­tik. Der Stand­ort Schweiz dür­fe aber kei­ne Nach­tei­le we­gen der Ener­gie­kos­ten ha­ben, sag­te Am­mann mit Blick auf mög­li­che Fol­gen des vom Bund an­ge­streb­ten Strom­mix oh­ne Atom­ener­gie, da­für aber mit ei­nem ho­hen An­teil neu­er er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en.

Sie tru­gen zu­letzt grob 2% zur Strom­pro­duk­ti­on bei, der Lö­wen­an­teil stamm­te aber nicht aus So­lar- oder Wind­kraft, son­dern aus Keh­richt­ver­bren­nungs- und Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen. Bis 2050 se­hen die Plä­ne («Neue Ener­gie­po­li­tik») ei­ne Pro­duk­ti­on von rund 24 Te­ra­watt­stun­den Strom aus neu­en er­neu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern vor, was über ein Drit­tel der Lan­des­er­zeu­gung 2012 dar­stellt. Das Ziel soll un­ter an­de­rem durch ei­ne um­fas­sen­de fi­nan­zi­el­le För­de­rung er­reicht wer­den.

Bun­des­rat Schnei­der-Am­mann will sich al­ler­dings für in­ter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hi­ge Strom­prei­se ein­set­zen. «Ich ha­be im­mer ge­sagt, dass sie zu den drei bes­ten der OECD-Län­der ge­hö­ren müs­sen», sag­te er. Die Schmerz­gren­ze lie­ge dort, wo die Kom­pe­ti­ti­vi­tät in Fra­ge ge­stellt wer­de. Die Schweiz dür­fe sich nicht de­indus­tria­li­sie­ren.

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