Bil­li­ger als in Frank­reich oder Spa­ni­en

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - MO­NI­CA HEGG­LIN

SNB be­sorgt über Preis­stei­ge­rung der Im­mo­bi­li­en – In­di­ka­to­ren er­lau­ben meh­re­re In­ter­pre­ta­tio­nen

Ge­mes­sen am Ver­hält­nis der Mie­ten zu den Prei­sen sind Im­mo­bi­li­en in Frank­reich, Spa­ni­en und Grossbritannien im­mer noch teu­rer als in der Schweiz – trotz der hef­ti­gen Preis­kor­rek­tu­ren der letz­ten Jah­re in Eu­ro­pa. Die­se er­staun­li­che Er­kennt­nis im Sta­bi­li­täts­be­richt än­dert nichts an der Dia­gno­se der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB), wo­nach der hie­si­ge Im­mo­bi­li­en­markt zu­neh­mend über­hitzt ist. Aus dem Sta­bi­li­täts­be­richt geht aus­ser­dem her­vor, dass die Prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen in der Schweiz stär­ker ge­stie­gen sind als die Haus­prei­se (vgl. Gra­fik).

Für Je­an-Pier­re Dan­t­hi­ne scheint die La­ge klar: «Vor dem Hin­ter­grund his­to­risch tie­fer Zin­sen ha­ben sich Un­gleich­ge­wich­te ent­wi­ckelt», er­klär­te das SNBDi­rek­to­ri­ums­mit­glied an der Me­di­en­kon­fe­renz. Ei­ner­seits sei das Ver­hält­nis zwi­schen dem Hy­po­the­kar­kre­dit­vo­lu­men und dem Brut­to­in­land­pro­dukt auf ein sehr ho­hes Ni­veau ge­stie­gen. An­de­rer­seits hät­ten die Im­mo­bi­li­en­prei­se über die letz­ten Jah­re stär­ker an­ge­zo­gen, als es wirt­schaft­li­che Fun­da­men­tal­fak­to­ren er­klä­ren kön­nen. Trotz der ge­trof­fe­nen Mass­nah­men (an­ti­zy­kli­scher Puf­fer) hät­ten die Ri­si­ken auf dem Hy­po­the­kar- und Im­mo­bi­li­en­markt seit Ju­ni 2012, als der letz­te Sta­bi­li­täts­be­richt er­schie­nen ist, «wei­ter zu­ge­nom­men», sag­te Dan­t­hi­ne. Es be­ste­he ein er­höh­tes Ri­si­ko ei­ner «si­gni­fi­kan­ten Preis­kor­rek­tur», steht im jüngs­ten Sta­bi­li­täts­be­richt.

Im Ba­sissze­na­rio der SNB, das von ei­ner all­mäh­li­chen Über­win­dung der Fi­nanz- und Staats­schul­den­kri­se aus­geht, fürch­tet die SNB ei­ne Aus­brei­tung der Preis­bla­se im Im­mo­bi­li­en­markt von Hot- spots wie Zü­rich oder Genf auf wei­te­re Ge­bie­te der Schweiz. Dies er­hö­he mit­tel­fris­tig das Ri­si­ko gros­ser Preis­kor­rek­tu­ren.

Das Ne­ga­tiv­sze­na­rio (es­ka­lie­ren­de Staats­schul­den­kri­se) bräch­te eben­falls nichts Gu­tes für den Häu­ser­markt. Ei­ne glo­ba­le Kri­se wür­de die Kon­junk­tur in der Schweiz schwer be­ein­träch­ti­gen und we­gen er­höh­ter Ar­beits­lo­sig­keit zu ei­ner Kor­rek­tur im Im­mo­bi­li­en­markt füh­ren.

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