Pri­mär­markt ver­siegt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAN­FRED KRÖLLER

Die An­kün­di­gung der USNo­ten­bank (Fed), die ex­pan­si­ve Geld­ver­sor­gung ab Herbst lang­sam zu­rück­zu­fah­ren, hat den Fran­ken­markt scho­ckiert: sin­ken­de Kur­se, stei­gen­de Ren­di­ten und seit Mitt­woch kei­ne Neu­emis­sio­nen mehr. Das Ge­schäft dürf­te sich aber in der kom­men­den Wo­che wie­der nor­ma­li­sie­ren, mein­ten Händ­ler.

Stan­dard and Poor’s (S&P) hat den Aus­blick der Waadt­län­der Kan­to­nal­bank (BCV) bei un­ver­än­der­ter AA-Bo­ni­tät von ne­ga­tiv auf sta­bil an­ge­ho­ben. Zwar kön­ne

Fed-An­kün­di­gung scho­ckiert – Neu­er Deutsch­land-Bond ver­bil­ligt Län­dern Fi­nan­zie­rung

BCV nicht auf ei­ne ex­pli­zi­te Ga­ran­tie des Kan­tons Waadt zu­rück­grei­fen. Im Ex­trem­fall sei aber mit ei­ner Un­ter­stüt­zung des Kan­tons zu rech­nen. S&P hat­te den Kan­ton Waadt am 14. Ju­ni von AA+ auf AAA hoch­ge­stuft. Auch den Aus­blick der Bas­ler Ver­si­che­rung (A–) hat S&P ver­bes­sert: von sta­bil auf po­si­tiv. Das Ra­ting gel­te nur für die ope­ra­ti­ve Ge­sell­schaft – die Hol­ding mit den aus­ste­hen­den Fran­ken­an­lei­hen, sei­en nicht er­fasst.

In Deutsch­land nimmt die ers­te ge­mein­sa­me An­lei­he von Bund und Län­dern Gestalt an. An­ge­peilt wer­den 3 Mrd. €, teil­te die Fi­nanz­agen­tur mit. 13,5% der Ein­nah- men be­kom­me der Bund. An Nord­rhein-West­fa­len, das auch Fran­ken­an­lei­hen aus­ste­hen hat, flies­sen 20%. Ber­lin und Bre­men er­hal­ten je 13,5%, Schles­wig-Hol­stein, Bran­den­burg, Rhein­land-Pfalz und Saar­land je 6,75, Hamburg 5,25, Meck­len­burg-Vor­pom­mern 3,25 und Sach­sen-An­halt 2,75%.

Die An­lei­he dürf­te die öf­fent­li­chen Haus­hal­te von Zins­kos­ten ent­las­ten. Die Ein­spa­run­gen wer­den auf ins­ge­samt 1,9 Mio. € ge­schätzt. Fitch stuft den Deutsch­land-Bond mit ei­nem vor­läu­fi­gen AAA ein. Bei Fitch ha­ben al­le Bun­des­län­der – auch die fi­nan­zi­ell schwä­che­ren – die Best­no­te, weil die Agen­tur vom «Bun­destreue­prin­zip» aus­geht, dass der Bund im Ernst­fall ein­sprin­gen wer­de. Laut Fi­nanz­agen­tur haf­tet je­der Emit­tent der ge­mein­sa­men An­lei­he nur für sei­nen An­teil; die Tran­che des Bun­des sei mit Um­schul­dungs­klau­seln (CAC) ver­se­hen, die der Län­der nicht.

Über die Lauf­zeit – fünf oder sie­ben Jah­re – wer­de bald ent­schie­den. Plat­ziert wer­den soll noch vor der Som­mer­pau­se. Ana­lys­ten sind po­si­tiv ge­stimmt. Um den Bond-Typ zu eta­blie­ren, müss­te es meh­re­re Emis­sio­nen im Jahr ge­ben. Das schaf­fe Li­qui­di­tät, für die In­ves­to­ren be­reit sei­en, auf Ren­di­te zu ver­zich­ten. Ana­lys­ten se­hen die fai­re Ren­di­te bei 1,05% (fünf) bzw. 1,4% (sie­ben Jah­re). Die Plat­zie­rung über­neh­men Bar­clays, Com­merz­bank, Deut­sche Bank, DZ Bank und HSBC.

Dank gros­ser Bin­nen­nach­fra­ge wächst die Schwei­zer Wirt­schaft wei­ter, schreibt die Kof und be­stä­tigt ih­re Wachs­tums­pro­gno­se von 1,4% im lau­fen­den und 2% nächs­ten Jahr. Der Cre­dit Suis­se ZEW In­di­ka­tor, der die Er­war­tun­gen zur kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung in der Schweiz ab­bil­det, ver­harr­te im Ju­ni un­ver­än­dert bei 2,2 Punk­ten und lässt da­mit auf ei­ne vor­sich­ti­ge Stim­mung der be­frag­ten Ana­lys­ten schlies­sen, teilt die CS mit. Die Um­fra­ge deu­te auf et­was bes­se­re Aus­sich­ten für die Ent­wick­lung der Schwei­zer Ex­por­te hin. Die Be­frag­ten rech­nen nach dem jüngs­ten An­stieg des Fran­kens zum Eu­ro mit kei­nem an­hal­ten­den Auf­wer­tungs­druck.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.