Bernan­ke lie­fert Steil­vor­la­ge

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

Für den Chef der US-No­ten­bank, Ben Bernan­ke, läuft die US-Kon­junk­tur gut ge­nug, um ei­nen ge­staf­fel­ten Aus­stieg aus dem An­lei­hen­kauf­pro­gramm bis Mit­te 2014 jetzt schon an­zu­kün­di­gen. Der jüngs­te Rück­gang der US-In­fla­ti­on sei tem­po­rär, das In­fla­ti­ons­ziel von 2% nicht ge­fähr­det. Der bis­he­ri­ge Ren­di­te­an­stieg bei US-Staats­an­lei­hen sei nicht be­sorg­nis­er­re­gend, da durch Kon­junk­tur­zu­ver­sicht be­grün­det. Da­mit ha­be Bernan­ke dem US-An­lei­hen­markt «ei­ne Steil­vor­la­ge» für hö­he­re Ren­di­ten ge­lie­fert, kom­men­tiert die De­ka Bank. Nach Beat Tho­ma, CIO von Fisch As­set Ma­nage­ment, be­ginnt der Markt die Fed-Vor­ga­ben schon ein­zu­prei­sen. «Das ist nor­mal und läuft bis­her sehr ge­ord­net», so Tho­ma. Der Markt re­agie­re, be­vor die No­ten­bank ih­re Po­li­tik um­set­ze. Wenn die Er­ho­lung der US-Kon­junk­tur so wei­ter­ge­he und die In­fla­ti­on un­ter Kon­trol­le blei­be, soll­te die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Tre­a­su­ries auf 3,5 bis 4% vor­rü­cken, schätzt BCA-Re­se­arch. Die Ti­tel ren­tier­ten am Frei­tag über 2,4%, nach 1,6% An­fang Mai.

Auch in der Eu­ro­zo­ne meh­ren sich die Zei­chen, dass kon­junk­tu­rell das Schlimms­te über­stan­den ist. As­set- Ma­na­ger se­hen An­zei­chen der Bes­se­rung. Es wä­re an der Zeit für ei­ne « po­si­ti­ve­re Ein­stel­lung » zu Eu­ro­pa, stellt Patri­ce Gau­try, Chef­öko­nom von Uni­on Ban­cai­re Pri­vée (UBP), fest. Ob­wohl die Kre­di­te im­mer noch nicht in Schwung kom­men, zeig­ten die 2008 be­gon­ne­nen Re­for­men und die Ent­schluss­freu­dig­keit der Re­gie­run­gen in den Pe­ri­phe­rie­län­dern neue We­ge aus der Re­zes­si­on und für ei­nen Wie­der­auf­bau Eu­ro­pas. Gau­try emp­fiehlt An­lei­hen­in­ves­to­ren, sich auf die kür­zes­ten Lauf­zei­ten und Un­ter­neh­mens­pa­pie­re zu kon­zen­trie­ren. Man soll­te aber auch Mög­lich­kei­ten ab­wä­gen, die Staats­an­lei­hen aus der Pe­ri­phe­rie, et­wa aus Ita­li­en, bie­ten. Da­ni­el Hart­man, Se­ni­or Ana­lyst von Bant­le­on, schätzt die La­ge ähn­lich ein. Im fünf­ten Jahr der Kri­se ge­be es an der Pe­ri­phe­rie er­kenn­ba­re Fort­schrit­te in der preis­li­chen Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Mit der nun ab­ge­seg­ne­ten Lo­cke­rung der Bud­get­zie­le hät­ten sich die Kon­junk­tur­per­spek­ti­ven spür­bar auf­ge­hellt. Die Eu­ro­kri­se, so Hart­mann, sei nicht mit ra­di­ka­len For­de­run­gen zu the­ra­pie­ren, son­dern mit Ge­duld und Hart­nä­ckig­keit.

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