Kris­tall­ken­ner

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Wer ein Smart­pho­ne, ein Ta­blet oder ein an­de­res Draht­los­ge­rät nutzt, greift oh­ne zu wis­sen auf das Know-how des wa­li­si­schen Halb­lei­terun­ter­neh­mens IQE (AIM: IQE, 19.25 Pence, Bör­sen­wert 128 Mio. £) zu­rück. IQE ist nach ei­ge­nen An­ga­ben glo­ba­ler Markt­füh­rer für das De­sign und die Her­stel­lung von Epi-Wa­fer für die Draht­los­kom­mu­ni­ka­ti­on und Op­toelek­tro­nik.

Die 1988 ge­grün­de­te IQE pro­du­ziert als Auf­trags­fer­ti­ger Wa­fer, die aus Kris­tal­len von Ver­bin­dungs­halb­lei­tern wie Gal­li­um, In­di­um oder Phos­phor be­ste­hen. Im epi­tak­ti­schen Ver­fah­ren (dar­um Epi-Wa­fer) wer­den die ver­schie­de­nen Kris­tall­schich­ten über­ein­an­der ge­legt und mit­ein­an­der ver­bun­den. Sie wei­sen an­de­re Qua­li­tä­ten und Ei­gen­schaf­ten auf als die her­kömm­li­chen, rei­nen Si­li­zi­um­chips und kom­men in vie­len Be­rei­chen zum Ein­satz.

Qual­comm stört die Par­ty

IQE ist im Ver­bin­dungs­halb­lei­ter­markt das, was im Si­li­zium­markt ei­ne Found­ry ist – ein Wa­fer­her­stel­ler, der für Drit­te fer­tigt. Di­rek­te Wett­be­wer­ber sind Em­co­re (USA) und Vi­su­al Pho­to­nics Epita­xy ( Tai­wan). 2012 er­ziel­te die Hol­ding mit 88 Mio. £ Um­satz (+17%) ein ope­ra­ti­ves Er­geb­nis (Ebitda) von 16,4 Mio. £ (+18%). Die Net­to­ver­schul­dung stieg auf 15,5 Mio. £ (+295%). IQE lie­fert Ver­bin­dungs­halb­lei­ter et­wa für Licht emit­tie­ren­de Di­oden (LED), La­ser, in­tel­li­gen­te Sen­so­ren und Si­cher­heits­sys­te­me. Im Draht­los­ge­schäft setzt IQE be­reits jähr­lich Wa­fer für die Pro­duk­ti­on von 2 Mrd. Funk­chips ab.

Das Draht­los­ge­schäft ist mit vier Fünf­teln des Um­sat­zes die Achil­les­fer­se. Erst An­fang 2013 kauf­te IQE für 75 Mio. $ Ko­pin Wi­re­less (USA), 2012 fer­ner Wi­re­lessAk­ti­vi­tä­ten von RF Mi­cro De­vices. Un­ter In­ves­to­ren kam dies zu­nächst gut an. Weil mit dem US-Tech­no­lo­gie­rie­sen Qual­comm nun aber im Smart­pho­ne-Markt ein po­ten­ter Wett­be­wer­ber auf­ge­taucht ist, gras­siert die Sor­ge vor ei­nem Wert­ver­lust der IQE-As­sets. Qual­comm lan­ciert ei­nen Chip­satz für Lo­wcost-Smart­pho­nes, mit dem glo­bal 40 Fre­quenz­bän­der des su­per­schnel­len LTE-Mo­bil­funk­stan­dards nutz­bar sind. Da­bei set­zen die Ame­ri­ka­ner auf ei­ne an­de­re Tech­no­lo­gie als IQE.

Chan­cen im So­lar­markt

Der­zeit ist Black­Rock gröss­ter Leer­ver­käu­fer von IQE-Ak­ti­en. Doch der Kurs­rutsch ist wohl über­trie­ben. IQE ist im Low­cos­tS­mart­pho­ne-Markt we­ni­ger stark prä­sent. Und das Epita­xie-Know-how ist auch an­dern­orts ge­fragt, wo­mög­lich bald in grös­se­rem Stil auch in der Pho­to­vol­ta­ik.

Mit So­lar Junc­tion (USA) ko­ope­riert IQE ex­klu­siv in der kon­zen­trie­ren­den Pho­to­vol­ta­ik (CPV). Die­ser Zell­tech­no­lo­gie wird im So­lar­markt ho­hes Po­ten­zi­al zu­ge­spro­chen. Ri­si­ko­fä­hi­ge In­ves­to­ren soll­ten zu Kur­sen un­ter 18 Pence zu­grei­fen und AXA In­vest­ment fol­gen, die erst kürz­lich ih­re IQE-Be­tei­li­gung auf über 10% auf­ge­stockt hat.

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