Käpt’n Ahab jagt Mo­by-Dick

Finanz und Wirtschaft - - PORTRÄT - MR

Heu­te nicht mehr sa­lon­fä­hig: Wal­fang als An­la­ge­the­ma. «Ca­na­di­an North Pa­ci­fic Fis­he­ries» liest sich po­li­tisch noch halb­wegs kor­rekt, doch die Zeich­nung ist ein­deu­tig: Hier geht’s nicht um Heil­butt oder Lachs, son­dern um die gröss­ten Säu­ge­tie­re.

«Wha­ling», das ist mehr als se­ri­el­les Set­zen und Ein­ho­len von Net­zen. Das ist Zwei­kampf Mann ge­gen Mons­ter der Mee­re, Raub­tier Mensch Aug’ in Aug’ mit Un­tier Wal. Her­man Mel­vil­le hät­te sein Epos «Mo­by-Dick» nie auf ei­nem Mas­sen ab­fer­ti­gen­den Ka­bel­jau­kut­ter in Sze­ne set­zen kön­nen; der wehr­haf­te weis­se Wal war ein In­di­vi­du­um, trug gar ei­nen Na­men. Das Ringen zwi­schen Ka­pi­tän Ahab und Mo­by-Dick war ei­ne per­sön­li­che An­ge­le­gen­heit.

Ähn­lich Er­nest He­ming­ways tra­gi­scher Held, der al­te ku­ba­ni­sche Fi­scher San­tia­go. Der hat­te ei­nen rie­si­gen Speer­fisch an der An­gel, nann­te den Mar­lin «Bru­der».

Es herrsch­te im Wal­fang, bis auch der in­dus­tria­li­siert, des Ri­si­kos mit­samt Ro­man­tik be­raubt wur­de, nicht ge­ra­de Waf­fen­gleich­heit, doch manch­mal ge­wann das Biest. So pa­ckend exis­ten­zi­ell geht’s mit­un­ter nur noch im Stier­kampf zu.

Ur­sprüng­lich hiess das Un­ter­neh­men Pa­ci­fic Wha­ling Com­pa­ny. Zwei See­fah­rer grün­de­ten es 1905, nach­dem sie zu­vor Pelz­rob­ben ge­jagt hat­ten, bis die­se Ge­schäfts­grund­la­ge weg­starb. Auf In­seln vor Bri­tish Co­lum­bia rich­te­te die Ge­sell­schaft Wal­fang­sta­tio­nen ein. 1914/15 sank die Fang­quo­te, der Kon­kurs folg­te. Ein Ame­ri­ka­ner, der in Alas­ka und Wa­shing­ton Sta­te auf den Wal ging, kauf­te die Sta­tio­nen und die Schif­fe und form­te dar­aus die Con­so­li­da­ted Wha­ling Cor­po­ra­ti­ons. Bis zum Ver­bot 1967 wur­den vor Bri­tish Co­lum­bia über 24 000 Wa­le er­legt.

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