Und die Schul­den­gren­ze exis­tiert doch

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - TM

Ist Aus­te­ri­tät gut oder schlecht für die Re­duk­ti­on der Schul­den? Was als dum­me Fra­ge da­her­kommt, ist seit Mo­na­ten die öko­no­mi­sche Kon­tro­ver­se schlecht­hin. Denn spart der Staat, geht auch sein Kon­sum, ein Teil der volks­wirt­schaft­li­chen Nach­fra­ge, zu­rück und da­mit das Wachs­tum. Die Steu­er­ein­nah­men schmel­zen. Aber nicht nur: Je nach Aus­mass des Wachs­tums­rück­gangs sin­ken die Schul­den im Ver­hält­nis zum BIP (Schul­den­quo­te) nicht oder neh­men gar zu. Eben die­sen Ein­fluss – den Fis­kal­mul­ti­pli­ka­tor – un­ter­schätzt zu ha­ben, ge­stand der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds An­fang Jahr.

Um­ge­kehrt be­las­ten Schul­den das Wachs­tum. Doch seit sich im April zeig­te, dass die von Car­men Rein­hart und Ken­neth Rog­off ge­zo­ge­ne Gren­ze der Schul­den­quo­te von 90%, ab der das Wachs­tum be­hin­dert wer­de, auf ei­nem Re­chen­feh­ler be­ruht, hat das Spa­ren ei­nen noch schwe­re­ren Stand.

Die Bank für in­ter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich zi­tiert nun aber gleich meh­re­re Stu­di­en, die zeig­ten, dass ei­ne Quo­te ab 80% die künf­ti­ge Wachs­tums­ra­te be­ein­träch­tigt, und zwar pro 10 Pro­zent­punk­te Mehr­ver­schul­dung um 13 bis 17 Ba­sis­punk­te. Mit den Schul­den wach­sen die Zins­zah­lun­gen, der Staat hat we­ni­ger für pro­duk­ti­ve Aus­ga­ben üb­rig. Die Steu­ern stei­gen, was Kom­pe­ti­ti­vi­tät und Kon­sum senkt. Die Ri­si­ko­prä­mi­en zie­hen an, wo­mit auch die Fi­nan­zie­rung der Un­ter­neh­men teu­rer wird. In­ves­ti­tio­nen und Wachs­tum sin­ken.

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