Li­qui­di­tät wird in Chi­na knapp

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - FRI,

Asi­ens Ak­ti­en­märk­te re­agier­ten mit ho­her Ner­vo­si­tät auf ei­ne mög­li­che Kre­dit­klem­me und da­mit ei­ne Wachs­tums­brem­se in Chi­na, konn­ten ih­re Ver­lus­te je­doch im Han­dels­ver­lauf teil­wei­se auf­ho­len. Die chi­ne­si­schen Ak­ti­en­ba­ro­me­ter hat­ten am Di­ens­tag zu­nächst ih­ren frei­en Fall vom Vor­tag fort­ge­setzt. Nach der An­kün­di­gung der Pres­se­kon­fe­renz der chi­ne­si­schen No­ten­bank konn­ten sich die Kur­se je­doch kräf­tig er­ho­len. Der S&P Asia 50 mit den fünf­zig gröss­ten Un­ter­neh­men in Hong­kong, Ko­rea, Sin­ga­pur und Tai­wan schloss 1,8% tie­fer auf 3087,41.

In der Spit­ze sack­te der CSI 300 mit den drei­hun­dert schwers­ten Ti­teln an den Bör­sen in Shen­zhen und Schang­hai um knapp 7% ab. Am En­de blieb ein Mi­nus von 6,6% zum Frei­tag bei ei­nem Jah­res­tief von 2165,42 ste­hen, ein Mi­nus von 13% seit An­fang Ja­nu­ar. Der Hang Seng in Hong­kong schaff­te es nach

Schang­hai so nied­rig be­wer­tet wie vor fünf Jah­ren – Sen­sex er­holt sich

ei­nem schwa­chen Start mit 19 855,36 (–2%) so­gar in die Ge­winn­zo­ne. Der Nik­kei 225 in To­kio be­kam die Er­ho­lung in Chi­na nicht mehr rich­tig mit und no­tier­te da­her bis zum Han­dels­en­de mit 12 969,34 (–2%) im ro­ten Be­reich. Die Ri­si­ko­aver­si­on führ­te zu ge­rin­gen Um­sät­zen und ei­ner Ver­teue­rung des Yens. Be­son­ders chi­nasen­si­ble Ti­tel wie Ak­ti­en des Bau­ma­schi­nen­her­stel­lers Ko­matsu (2129 Yen, –8,3%) ga­ben nach. Ähn­lich re­agier­te der Ko­s­pi in Seo­ul, der auf 1780,63 (–2,3%) schloss. Der S&P/ASX 200 in Sydney be­weg­te sich 1,7% auf 4655,96 auch ab­wärts. Da­ge­gen er­hol­te sich der Sen­sex in Mum­bai auf 18 691,55 (–0,4%).

Aus­ser der Wachs­tums­ab­küh­lung macht dem Ak­ti­en­markt in Chi­na der Kampf der Zen­tral­bank ge­gen das Schat­ten­ban­ken­sys­tem zu schaf­fen. Sie will den Geld­markt der­zeit nicht flu­ten, so­dass die Ban­ken sich ih­re Mit­tel vor dem Quar­tals­ab­schluss auf dem In­ter­ban­ken­markt be­schaf­fen müs­sen. Nach an­fäng­li­cher Pa­nik ging der Re­posatz für ein­tä­gi­ge Wert­pa­pier­pen­si­ons­ge­schäf­te je­doch den drit­ten Tag hin­ter­ein­an­der auf 6% zu­rück und hal­bier­te sich da­mit ge­gen­über dem Spit­zen­wert aus der Vor­wo­che. Die ak­tu­el­len Li­qui­di­täts­ri­si­ken sei­en kon­trol­lier­bar, ver­si­cher­te ein Spre­cher der Peop­le’s Bank of Chi­na am Di­ens­tag auf der ge­mein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz mit Ver­tre­tern der Bör­sen-, Ban­ken-, und Ver­si­che­rungs­auf­sich­ten in Schang­hai. Der jüngs­te An­stieg der Geld­markt­sät­ze sei nur vor­über­ge­hend. Sai­so­na­le Fak­to­ren, die sich auf die Geld­markt­sät­ze aus­wir­ken, wür­den nach­las­sen.

Den­noch fürch­ten ei­ni­ge In­ves­to­ren, dass sich die Furcht vor ei­ner Kre­dit­klem­me auf die Re­al­wirt­schaft aus­wir­ken könn­te. Gold­man Sachs senk­te am Mon­tag ih­re Wachs­tums­pro­gno­se für 2013 von 7,8 auf 7,4%. Der Schang­hai Com­po­si­te ver­lor zur Vor­wo­che 5,5% und be­en­de­te den Han­del auf dem Sie­ben­mo­nat­s­tief von 1959,51. Die psy­cho­lo­gisch wich­ti­ge Mar­ke von 2000 wur­de bis auf 1850 nach­hal­tig un­ter­schrit­ten. Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis für 2013 von 8 ist die Bör­se in Schang­hai so nied­rig be­wer­tet wie zu­letzt vor fünf Jah­ren. Vor al­lem die An­tei­le von Ban­ken und Im­mo­bi­li­en wur­den zu­letzt ab­ge­stos­sen. Da­zu ge­hör­ten Mins­heng Bank (8,44 Yuan, –10,7%) und In­dus­tri­al & Com­mer­ci­al Bank of Chi­na (3,96 Yuan, –1,5%). Ge­nau­so lit­ten die Va­lo­ren des gröss­ten Im­mo­bi­li­en­ent­wick­lers Chi­na Van­ke (8,85 Yuan, –10,6%).

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