Zu­cker­markt wacht auf

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHA­EL PEYER

DMärk­te un­ter Ein­druck von Bernan­ke und Chi­nas Li­qui­di­täts­knapp­heit

ie in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­te gin­gen in den ver­gan­ge­nen Ta­gen deut­lich nach un­ten. Nach­dem USNo­ten­bank­chef Ben Bernan­ke Mit­te ver­gan­ge­ner Be­richts­wo­che die Märk­te «sanft» auf ein Zu­rück­fah­ren der geld­po­li­ti­schen Mass­nah­men hat­te vor­be­rei­ten wol­len, nah­men die Ab­wärts­kor­rek­tu­ren rasch an Fahrt auf. Bernan­ke ver­si­cher­te zwar, dass das Fed «den Fuss nicht so­fort vom Gas­pe­dal neh­men wird», aber ei­ne Er­ho­lung der US-Wirt­schaft und des Häu­ser­mark­tes zu ei­ner Dros­se­lung der Käu­fe von Staats­an­lei­hen füh­ren wer­de. Ers­te grös­se­re Brems­spu­ren an den Fi­nanz­märk­ten und den Roh­stoff­märk­ten lies­sen nicht lan­ge auf sich war­ten. Ein wei­te­rer Dämp­fer wur­de zum Wo­che­n­en­de aus Chi­na ge­mel­det. Welt­wei­te Be­fürch­tun­gen ei­ner Fi­nanz­kre­dit­kri­se in Chi­na lies­sen die Ak­ti­en­märk­te in Fer­n­ost tief tau­chen. Die von der Peop­le’s Bank of Chi­na for­cier­te Li­qui­di­täts­ver­knap­pung auf dem In­ter­ban­ken­markt, wo sich Ban­ken un­ter­ein­an­der kurz­fris­tig Geld aus­lei­hen, war als star­kes Warn­zei­chen zu deu­ten, dass Chi­nas No­ten­bank die enor­me Kre­dit­bla­se ein­däm­men will.

An den Öl­märk­ten wech­sel­te am Mon­tag ver­gan­ge­ne Wo­che eu­ro­päi­sches Brent-Roh­öl an der In­ter­con­ti­nen­tal Ex­ch­an­ge (ICE) im Ta­ges­ver­lauf zu 106.67 $ je Fass (Fass=159 Li­ter) den Be­sit­zer, was ein Zwei­ein­halb­mo­nats­hoch be­deu­te­te. In­ner­halb ei­ner Han­dels­wo­che büss­te der Kon­trakt dann aber bis 7 $ oder 6,5% ein und no­tier­te zum neu­en Wo­chen­start kurz­fris­tig – wie schon zu Be­ginn des Mo­nats – un­ter der Mar­ke von 100 $. Bis Di­ens­tag­nach­mit­tag konn­te sich Brent-Öl wie­der auf 102 $ ver­bes­sern.

An den Me­tall­märk­ten lit­ten die Edel­me­tal­le wie die In­dus­trie­me­tal­le eben­falls stark. Sil­ber (Comex) büss­te zur Vor­wo­che 10% an Wert ein und no­tier­te zum Wo­chen­start zu 19.493 $ je Fein­un­ze, Gold (Comex) ver­lor über 7% und no­tier­te zu 1277 $ je Fein­un­ze. Die Prei­se für bei­de Me­tal­le la­gen zu­letzt vor fast drei Jah­ren so tief. Auch der Kup­fer­preis (Comex), der als Kon­junk­tur­grad­mes­ser ge­ra­de für Chi­na gilt, tauch­te zu­letzt hef­tig. Bis Di­ens­tag un­ter­schritt die Kup­fer­no­tie­rung (Comex) mit 298,35 Cent je Pfund gar auf ei­nem Drei­jah­res­tief.

An den Agrar­märk­ten sorg­ten bes­se­re Wet­ter­be­din­gun­gen in den USA für et­was Ent­span­nung. Die schwa­chen Fi­nanz­märk­te und ei­ne stär­ke­re US-Va­lu­ta ver­stärk­ten den Ver­kaufs­druck. Fu­tures auf So­ja (CBOT) für den Neu­ern­te- ter­min im No­vem­ber no­tier­ten am Mon­tag zu 12.735 $ je Bus­hel (Bus­hel= 27,215kg). Fu­tures auf Mais (CBOT), zum Neu­ern­te­ter­min De­zem­ber, han­del­ten glei­chen­tags zu 5.465 $ je Bus­hel (= 25,401kg). Wei­zen (CBOT) no­tier­te mit 7.02 $ je Bus­hel (=27,215kg) auf ei­nem Ein­wo­chen­tief. Markt­teil­neh­mer war­ten die­se Wo­che ge­spannt auf den enorm wich­ti­gen An­bau­flä­chen­be­richt der US-Agrar­be­hör­de USDA am kom­men­den Frei­tag. Gleich­zei­tig wird die USDA den noch wich­ti­ge­ren Quar­tals­la­ger­be­stands­be­richt ver­öf­fent­li­chen. Die Preis­no­tie­run­gen dürf­ten im Vor­feld kon­so­li­die­ren.

Bei den Ge­nuss­mit­teln er­wach­ten die Zu­cker­märk­te in den ver­gan­ge­nen Ta­gen aus ih­rer Lethar­gie. Eu­ro­päi­scher Weiss­zu­cker (Lif­fe) ver­zeich­ne­te am Di­ens­tag­mit­tag ein Zwei­mo­nats­hoch von 518.50 $ je Ton­ne. Grund für die Stär­ke fan­den Mark­teil­neh­mer in den an­hal­ten­den Re­gen­fäl­len im Sü­den von Bra­si­li­en, die die Ern­te für min­des­tens zehn Ta­ge be­hin­dern. US-Zu­cker (Ny­bot) no­tier­te am Di­ens­tag eben­falls stär­ker zu 17,12 Cent je Pfund. Wie nach­hal­tig die Preis­stei­ge­run­gen sind, muss sich noch wei­sen.

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