Ener­gie spa­ren

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - PM

Mit dem Spa­ren ist es so ei­ne Sa­che: Die Mög­lich­kei­ten sind (fast) im­mer gross, man müs­se nur wol­len, sa­gen die Spa­ra­pos­tel je­weils. Ge­nau mit die­sem «Wol­len» ha­pert es bis­wei­len. So lan­ge der An­de­re will, ist al­les wun­der­bar. Wenn dann die Spar­ap­pel­le un­ge­hört ver­hal­len – wer er­in­nert sich nicht an den wun­der­ba­ren TV-Auf­tritt des da­ma­li­gen Bun­des­rats Adolf Ogi zum en­er­gie­spa­ren­den Eier­ko­chen? – wird die bö­se Rea­li­tät ge­schol­ten. In An­leh­nung an den be­rühmt-be­rüch­tig­ten Spruch He­gels: «Wenn die Tat­sa­chen nicht mit der Theo­rie über­ein­stim­men – um­so schlim­mer für die Tat­sa­chen».

Dar­an schei­nen sich die Pro­pa­gan­dis­ten der bun­des­rät­li­chen Ener­gie­stra­te­gie 2050 zu hal­ten. Die am Don­ners­tag pu­bli­zier­ten Zah­len zum Ener­gie­ver­brauch 2012 dürf­ten sie in Ver­le­gen­heit brin­gen. Al­len Spar­auf­ru­fen zum Trotz ist der End­ener­gie­ver­brauch der Schweiz 3,7% ge­stie­gen. Von der Ent­kop­pe­lung des Ver­brauchs von der Wirt­schafts­ent­wick­lung kann nur im un­er­wünsch­ten Sinn die Re­de sein: Wirt­schaft und Be­völ­ke­rung sind deut­lich lang­sa­mer ge­wach­sen als der Ener­gie­ver­brauch.

Stellt sich die ban­ge Fra­ge, was mit der Ener­gie­stra­te­gie 2050, die mas­si­ve Ein­spa­run­gen un­ter­stellt, ge­schieht, wenn sich der Bür­ger nicht an die ihm auf­ge­zwun­ge­ne Theo­rie hält und er nicht spa­ren will. Lässt man ihm sei­nen Wil­len oder zwingt man ihn zu sei­nem «Glück»? Und wer übt den Zwang aus, und in wes­sen Na­men? Fra­gen, über die nach­zu­den­ken sich lohnt – statt mit eben­so auf­wen­di­gen wie un­taug­li­chen Mo­del­len den Ener­gie­ver­brauch des Jah­res 2050 auf die Kom­ma­stel­le ge­nau zu «er­rech­nen».

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