Hay­ek: «Rech­ne mit star­kem zwei­tem Halb­jahr»

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Wer die Uh­ren­ex­por­te in den letz­ten Mo­na­ten ver­folgt hat, der weiss, dass sich die Bran­che in ei­ner schwie­ri­gen Pha­se be­fin­det. Die Da­ten zei­gen, dass die Nach­fra­ge in Chi­na im Mai um 19,4% zu­rück­ge­gan­gen ist. Das ist kein Aus­reis­ser. In den ers­ten fünf Mo­na­ten des Jah­res be­trug der Rück­gang ins­ge­samt so­gar 23,3%. Swatch- Group- CEO Nick Hay­ek gibt ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft» je­doch Ent­war­nung: «Chi­na kommt lang­sam zu­rück», er­klärt er. « Ja­pan, die USA und Russ­land ent­wi­ckeln sich er­freu­lich», dop­pelt er nach. Da­mit nicht ge­nug: «Ich rech­ne mit ei­nem star­ken zwei­ten Halb­jahr », stellt Hay­ek klar. Das wer­den die An­le­ger von Swatch Group, aber auch von Ri­che­mont ger­ne hö­ren. Zwar un­ter­schei­det sich die Pro­dukt­pa­let­te der bei­den leicht (Ri­che­mont ist mehr im obers­ten Preis­seg­ment an­ge­sie­delt), doch in der Re­gel ge­hen so­wohl Ge­schäfts- als auch Kurs­ent­wick­lung der bei­den Hand in Hand.

Am meis­ten Sor­gen be­rei­tet dem Swatch-Group-Chef die Wäh­rungs­ent­wick­lung. «Das gilt nicht zu­letzt für den Dol­lar und den Yen.» Doch auch von die­ser Sei­te her könn­te es Rü­cken­wind ge­ben. Wäh­rend der Dol­lar im ers­ten Halb­jahr noch schwä­cher ten­diert und da­mit die Ein­nah­men in Fran­ken ge­rech­net ge­schmä­lert hat, ge­hen vie­le De­vi­sen­stra­te­gen da­von aus, dass er in den nächs­ten Mo­na­ten an­zieht. Die Ak­ti­en von Swatch Group und Ri­che­mont ha­ben seit Mit­te Mai über 10% ver­lo­ren. An­ge­sichts des Op­ti­mis­mus für das zwei­te Halb­jahr ist das als Kauf­ge­le­gen­heit zu wer­ten.

Kei­ne Sek­tor­ro­ta­ti­on

dies mit ei­ner Ri­si­ko­prä­mie von 3 bis 4% und um 50 bis 100 Ba­sis­punk­te hö­he­ren Zin­sen als Grund­la­ge, sei nicht aus­zu­schlies­sen, schätzt Phil­ipp Bärts­chi von J. Saf­ra Sa­ra­sin. Im Ba­sissze­na­rio ei­ner mit «Das Ren­nen auf 20» be­ti­tel­ten Stu­die sieht er den SMI im kom­men­den Jahr über 9000. An­le­gern, die die­se Rei­se mit­ma­chen möch­ten, bie­te sich im lau­fen­den drit­ten Quar­tal ei­ne Kauf­ge­le­gen­heit. Die Beur­tei­lung der Kurs­chan­cen im SMI nach Sek­to­ren er­gibt kein ein­deu­ti­ges Bild. De­fen­si­ve Schwer­ge­wich­te wie Nest­lé und Syn­gen­ta kor­ri­gier­ten in den letz­ten Wo­chen weit deut­li­cher als die eben­falls de­fen­siv ein­ge­stuf­ten Phar­ma­ti­tel No­var­tis und Ro­che. Auch bei den Zy­kli­kern sind die Un­ter­schie­de mar­kant: Ei­nen schwe­ren Stand hat­ten Hol­cim, wäh­rend Adec­co und Ri­che­mont bes­ser als der SMI ab­schnit­ten. Was das ge­misch­te Bild zeigt: Für ei­ne Sek­tor­ro­ta­ti­on ist es zu früh.

Be­wer­tungs­spiel­raum nach oben ge­mes­sen am lang­jäh­ri­gen Mit­tel und in Re­la­ti­on zum lau­fen­den Jahr wei­sen No­var­tis, Swiss Re und Adec­co auf. In Lau­er­stel­lung sind ABB, wo der neue CEO Ul­rich Spiess­ho­fer ge­for­dert ist. Die Lu­xus­gü­ter­her­stel­ler Ri­che­mont und Swatch Group wer­den ih­re Chan­cen auch dank gu­ter Fi­nanz­la­ge zu nut­zen wis­sen, wo­bei zwi­schen­zeit­li­che Rump­ler we­gen des vo­la­ti­le­ren Asi­en­ge­schäfts ein­zu­kal­ku­lie­ren sind. Da­bei­blei­ben soll­te sich loh­nen.

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