Stei­le­re Zins­kur­ve nützt UBS und CS mit­tel­fris­tig

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Gross­ban­ken sind ten­den­zi­ell für stei­gen­de Kur­se von fest­ver­zins­li­chen An­la­gen po­si­tio­niert. Sie hal­ten ei­nen ge­wis­sen Han­dels­be­stand die­ser Pa­pie­re, um die Kun­den bes­ser be­die­nen zu kön­nen. Zu­dem ist ein Teil der flüs­si­gen Mit­tel, des Li­qui­di­tät­sport­fo­li­os, in Staats­an­lei­hen in­ves­tiert. Bei der UBS hängt zu­dem die Be­wer­tung von Tei­len des Alt­las­ten­port­fo­li­os vom Zins­ni­veau ab.

Nun hat die An­kün­di­gung der ame­ri­ka­ni­schen No­ten­bank, den Märk­ten das bil­li­ge Geld ent­zie­hen zu wol­len, zu ei­nem Ausverkauf bei An­lei­hen ge­führt (vgl. Ar­ti­kel Sei­te 23). Die Kurs­ein­brü­che wa­ren mas­siv, ge­ra­de für ei­ne An­la­ge­klas­se, die nor­ma­ler­wei­se für Sta­bi­li­tät steht. «Al­les ist in Be­we­gung», sagt ein Be­ob­ach­ter. Wie aber könn­te der dre­hen­de Markt auf die Quar­tals­aus­wei­se der bei­den Schwei­zer Gross­ban­ken durch­schla­gen? Es gilt zu un­ter­schei­den: Kurs­schwan­kun­gen der An­la­gen, die zu Markt­prei­sen in den Bü­chern ste­hen, wer­den ge­winn­wirk­sam ver­bucht; Kurs­ver­än­de­run­gen auf An­la­gen, die auf Ver­fall ge­hal­ten wer­den, wer­den di­rekt mit dem Ei­gen­ka­pi­tal ver­rech­net. Das re­gu­la­to­ri­sche Ka­pi­tal ist nicht zwangs­läu­fig be­rührt.

Der UBS-Fi­nanz­chef hat un­längst in ei­ner Sen­si­ti­vi­täts­ana­ly­se vor­ge­rech­net, dass ein par­al­le­ler An­stieg der Zins­kur­ve um ei­nen Pro­zent­punkt den über das Ei­gen­ka­pi­tal ver­rech­ne­ten Buch­wert der von der Bank per En­de 2012 ge­hal­te­nen An­la­gen um 3,2 Mrd. Fr. ver­rin­gern könn­te. Das ge­gen­wär­ti­ge Ri­si­ko dürf­te in­des klei­ner sein. Bis jetzt sind die lang­fris­ti­gen Zin­sen ge­stie­gen. Die kurz­fris­ti­ge Re­fi­nan­zie­rung bleibt aber un­ver­än­dert güns­tig. Von ei­ner stei­le­ren Zins­kur­ve pro­fi­tier­ten UBS und CS im Kre­dit­ge­schäft mit­tel­fris­tig. Ist der An­stieg mo­de­rat, wird das Zins­ein­kom­men deut­lich zu­neh­men.

Die kurz­fris­ti­gen Aus­wir­kun­gen auf die Han­dels­be­stän­de und die be­vor­ste­hen­den Quar­tals­ge­win­ne sind hin­ge­gen kaum ab­schätz­bar. Der zum Schluss der Pe­ri­ode be­ob­acht­ba­re Zins­an­stieg kann je nach Stra­te­gie – die Ban­ken ma­na­gen ih­re Port­fo­li­os ak­tiv – zu Ver­lus­ten oder Ge­win­nen füh­ren.

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