Ei­ne Ge­schich­te aus zwei Wirt­schaf­ten

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIELLE RE -

Die Kon­junk­tur­er­ho­lung in den USA ver­läuft je nach Re­gi­on un­ter­schied­lich – Fi­nan­zi­ell ge­sun­de Bun

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ge­win­nen mehr und mehr Dy­na­mik zu­rück. In der In­dus­trie ist die Pro­duk­ti­on seit En­de der Re­zes­si­on fast 20% ge­stie­gen, die Häu­ser­prei­se ha­ben im April die grösste Avan­ce seit 2006 ver­zeich­net, und das Kon­su­men­ten­ver­trau­en be­wegt sich auf dem höchs­ten Stand seit fünf Jah­ren. Oft ver­ges­sen geht je­doch, dass Ame­ri­ka kei­ne ein­heit­li­che Wirt­schaft ist und es un­ter den Bun­des­staa­ten gros­se Un­ter­schie­de gibt. Wäh­rend sich zum Bei­spiel Ka­li­for­ni­en oder Flo­ri­da nur schwer von der Kri­se er­ho­len, kommt das Wachs­tum in an­de­ren Re­gio­nen dem­je­ni­gen von auf­stre­ben­den Volks­wirt­schaf­ten wie Chi­na, In­di­en, Bra­si­li­en oder Russ­land gleich.

Kaum ei­ne an­de­re Stadt sym­bo­li­siert die Ge­schich­te des ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­bes in den USA so ein­drück­lich wie De­troit. Der Hei­mat­ort der Au­to­bran­che war bis in die frü­hen Acht­zi­ger­jah­re ei­ne strah­len­de Iko­ne der US-In­dus­trie. Ho­he Pro­duk­ti­ons­kos­ten, wach­sen­de Kon­kur­renz aus dem Aus­land und man­geln­de In­no­va­ti­ons­kraft führ­ten dann aber zum Nie­der­gang, der mit dem Kon­kurs von Ge­ne­ral Mo­tors und Chrys­ler im Früh­jahr 2009 den Tief­punkt er­reich­te. Leb­ten in den Fünf­zi­ger­jah­ren 1,8 Mio. Men­schen in De­troit, so sind es heu­te kaum mehr als 600 000. Es ste­hen so vie­le Häu­ser leer, dass die städ­ti­schen Be­hör­den sie ein­reis- sen müs­sen. Auch ist das Bud­get der­mas­sen aus dem Ru­der ge­lau­fen, dass der Stadt der Bank­rott droht.

Wäh­rend De­troit und an­de­re tra­di­tio­nel­le Zen­tren der US-In­dus­trie un­ter den Alt­las­ten der Ver­gan­gen­heit äch­zen, hat in an­de­ren Tei­len Ame­ri­kas ei­ne neue Zu­kunft be­gon­nen. Ein an­schau­li­ches Ex­em­pel da­für ist Aus­tin. In der Haupt­stadt von Te­xas ist die Be­völ­ke­rung in den letz­ten zehn Jah­ren fast 40% auf über 1,7 Mio. ge­wach­sen, und das Pro-Kopf-Ein­kom­men liegt über dem Durch­schnitt des Lan­des. Aus­tin pro­fi­tiert von der ro­bus­ten Kon­junk­tur in Te­xas: Von 2009 bis 2012 ist die Wirt­schaft dort mit ei­ner Ra­te von über 4% pro Jahr ge­wach­sen, und die Ar­beits­lo­sen­quo­te liegt mit 6,5% un­ter dem Mit­tel der USA. Als kräf­ti­ger Trei­ber er­weist sich der Ener­gie- und Che­mie­sek­tor, der dank neu­er Tech­ni­ken zur Gas- und Öl­för­de­rung boomt. Nied­ri­ge Steu­ern, güns­ti­ge Lohn­kos­ten und ei­ne so­li­de In­fra­struk­tur zie­hen auch In­dus­trie- und IT-Kon­zer­ne wie Bo­eing, App­le oder Samsung an.

Aus­tin und De­troit sind Kon­trast­punk­te für den tief­grei­fen­den Wan­del, der sich mo­men­tan in der US-Wirt­schaft voll­zieht. Ein wich­ti­ger Ka­ta­ly­sa­tor da­für war die Kri­se am Häu­ser­markt. In Bun­des­staa­ten wie Ka­li­for­ni­en, Flo­ri­da, Ari­zo­na, Ne­va­da, Il­li­nois oder New Jer­sey, die wäh­rend des

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