Mu­sik spielt im Tief­preis-seg­ment

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - DF

Der vom neu­en St­raumann-Chef Mar­co Ga­do­la fa­vo­ri­sier­te Vor­stoss ins Ge­schäft mit kos­ten­güns­ti­ge­ren Zahn­im­plan­ta­ten kommt nicht von un­ge­fähr. Die Mu­sik spielt im Va­lue-Seg­ment, wäh­rend der von St­raumann tra­di­tio­nell be­ar­bei­te­te Markt der hoch­prei­si­gen Pro­duk­te (Pre­mi­um-Be­reich) darbt. Nach Ein­schät­zung von Micha­el Jüng­ling, der als Med­tech-Ana­lyst für Mor­gan St­an­ley ar­bei­tet, wuchs das Va­lue-Ge­schäft 2012 um 5 bis 15% in Lo­kal­wäh­run­gen, wäh­rend der Pre­mi­um-Markt 2% schrumpf­te.

Ein Grund da­für ist die ge­sun­ke­ne Zah­lungs­be­reit­schaft vie­ler Pa­ti­en­ten. In Deutsch­land, ei­nem tra­di­tio­nel­len Hoch­preis­markt, bie­tet das Un­ter­neh­men Me­den­tis sein in Deutsch­land und der Schweiz ge­fer­tig­tes Volks­im­plan­tat schon zum Stück- preis von 59 € an. Da­mit ist es für we­ni­ger als ein Vier­tel des Durch­schnitts­prei­ses ei­nes Pre­mi­um-Im­plan­tats (250 €) zu ha­ben. Me­den­tis be­gann erst 2006 mit dem Ver­kauf, hat ge­mäss FuW-Re­cher­chen in Deutsch­land aber be­reits ei­nen Markt­an­teil von 7%.

An­de­rer­seits drü­cken im­mer mehr An­bie­ter Zahn­im­plan­ta­te in den Markt. Die Zahl der Her­stel­ler hat sich welt­weit seit 2003 von 69 auf fast 240 er­höht, schätzt Ana­lyst Jüng­ling. Die meis­ten kon­zen­trie­ren sich auf güns­ti­ge­re Pro­duk­te. Weil der Wett­be­werb zu­neh­mend über den Preis führt – In­no­va­tio­nen sind im Den­talim­plan­tat­markt seit Jah­ren rar –, ist das Pre­mi­um-Seg­ment wach­sen­dem Mar­gen­druck aus­ge­setzt. Jüng­ling er­war­tet, dass die Prei­se hier jähr­lich bis zu 5% fal­len könn­ten.

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