Ni­ke läuft zur Hoch­form auf

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ/KONSUM - JAN SCHWAL­BE

SGe­winn um 22% ge­stei­gert – Um­satz­plus dank High-Tech-Wel­le – Chi­na ist das Sor­gen­kind

Mar­ge ge­stei­gert

ogar App­le-Chef Tim Cook trägt ein Fu­el Band von Ni­ke. Das Sport­arm­band, das die kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät misst, ist ei­ner der gros­sen Ver­kaufs­schla­ger des boo­men­den US-Sport­ar­ti­kel­her­stel­lers. In den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten sind die Ak­ti­en von Ni­ke rund 40% ge­stie­gen. Ei­ni­ges spricht da­für, dass der Hö­hen­flug wei­ter­geht.

Im vier­ten Quar­tal des im Mai be­en­de­ten Fi­nanz­jah­res ge­lang es Ni­ke, den Um­satz 7% auf an­nä­hernd 7 Mrd. $, den Ge­winn 22% auf 648 Mio. $ zu ver­bes­sern. Bei­de Wer­te lie­gen über den Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten. Ne­ben dem Fu­el Band wa­ren die nur 250 Gramm schwe­ren Lauf­schu­he Fly­knit Lu­nar so­wie die ge­sam­te Basketball-Kol­lek­ti­on enorm ge­fragt. Er­freu­lich ent­wi­ckelt sich die Brut­to­mar­ge von Ni­ke, die um über 100 Ba­sis­punk­te auf 43,9% stieg. Al­ler­dings liegt Ni­ke da­mit noch im­mer weit hin­ter den Kon­kur­ren­ten Adi­das (50,1%) und Pu­ma (49,1%). Den­noch kann sich der Wert durch­aus se­hen las­sen.

Was die ein­zel­nen Märk­te be­trifft, ste­chen be­son­ders die USA her­aus. Dort stieg der Ge­winn im jüngs­ten Quar­tal 29%. Zen­tral- und Ost­eu­ro­pa (+18%) und die Emer­ging Mar­kets (oh­ne Chi­na +30%) wa­ren die an­de­ren Vor­zei­ge­re­gio­nen.

Schlep­pend läuft das Ge­schäft da­ge­gen in Chi­na. Der Um­satz fiel per En­de Mai 1%, der Ge­winn 2%. Ni­ke ist zwar wei­ter­hin die meist ver­kauf­te Sport­mar­ke in der Volks­re­pu­blik, die 10% zum Kon­zern­um­satz bei­trägt. Doch vor al­lem die ho­hen La­ger­be­stän­de be­rei­ten Sor­gen. Um die­se ab­zu­bau­en, muss­ten teil­wei­se deut­li­che Ra­bat­te ge­währt wer­den, was Druck auf die Mar­ge aus­übt.

Don Blair, der Fi­nanz­chef von Ni­ke, stell­te an­läss­lich des Ana­lys­ten­ge­sprächs

Qu­el­le: nach dem Quar­tals­er­geb­nis klar, dass der La­ger­be­stand zwar ab­nimmt, Chi­na aber noch viel Ar­beit gibt. Das An­ge­bot muss bes­ser auf den Ge­schmack der chi­ne­si­schen Kon­su­men­ten aus­ge­rich­tet wer­den. Auch für das an­ge­bro­che­ne Se­mes­ter rech­net Ni­ke des­halb in Chi­na mit rück­läu­fi­gem Um­satz.

Ak­ti­en kau­fen

Ein Blick auf den Be­stel­lungs­ein­gang gibt et­was Ent­war­nung. Von Ju­ni bis No­vem­ber ste­hen in Chi­na 3% mehr Auf­trä­ge in den Bü­chern als zum glei­chen Zeit­punkt vor ei­nem Jahr. Schlecht sieht es für Ja­pan aus. Dort wird 17% we­ni­ger ge­or­dert. Nord­ame­ri­ka mit +12% steht zu­sam­men mit Zen­tral- und Ost­eu­ro­pa (+14%) am bes­ten da. Ei­nen Schub dürf­te die Fussball-WM 2014 in Bra­si­li­en ge­ben. Ni­ke ist der Aus­rüs­ter der bra­si­lia­ni­schen Na­tio­nal­mann­schaft und wird welt­weit ei­ne Mer­chan­di­se-Of­fen­si­ve star­ten.

We­gen der Chi­na-Wehen fie­len die Ni­ke-Ti­tel am Frei­tag im frü­hen Han­del über 3%. Ge­mes­sen am Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis für das lau­fen­de Jahr von 22 sind die Ak­ti­en tie­fer be­wer­tet als je­ne von Adi­das (31), die sich in den letz­ten Mo­na­ten noch bes­ser ent­wi­ckelt ha­ben als Ni­ke. Der Ab­stand ist zu gross. Die Ak­ti­en des USS­port­ar­ti­kel­her­stel­ler sind ein Kauf.

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