Die lang­fris­ti­gen Schwei­zer Zin­sen be­we­gen sich

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - MO­NAT­LI­CHE ZINS­PRO­GNO­SE SCHWEIZ

Die meis­ten be­frag­ten Ana­lys­ten pas­sen ih­re Vor­her­sa­ge nach oben an – Mehr Vo­la­ti­li­tät in den nächs­ten Mo­na­ten

Für UBS-Öko­no­min Da­nie­la St­ein­brink Mat­tei ist der mar­kan­te An­stieg der Ren­di­te lang­fris­ti­ger US-Staats­an­lei­hen ( Tre­a­su­ries) vor­ei­lig und über­trie­ben. Er zei­ge, dass der Markt da­von aus­ge­he, dass das Fed schon im Sep­tem­ber mit der Dros­se­lung be­gin­ne. Sie rech­ne da­mit «nicht vor De­zem­ber». Da der Markt sei­ne Er­war­tung kor­ri­gie­ren dürf­te, sei in nächs­ter Zeit mit hö­he­rer Vo­la­ti­li­tät zu rech­nen. Um dem zu­neh­men­den Schwan­kungs­be­reich Rech­nung zu tra­gen, ha­be UBS die Zins­pro­gno­sen nach oben re­vi­diert.

Rich­tung Nor­ma­li­tät

ZKB-Öko­nom Da­vid Mar­met ver­mel­det An­pas­sun­gen vor­erst nur bei den lan­gen Zin­sen. Die Li­bor-Pro­gno­sen blie­ben un- ver­än­dert. Die jüngs­te geldpolitische La­ge­be­ur­tei­lung der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) ha­be zwar et­was de­fen­si­ver ge­klun­gen – die frü­he­re Dik­ti­on, die Wech­sel­kurs­un­ter­gren­ze «mit al­ler Kon­se­quenz» zu ver­tei­di­gen, sei durch die Re­de­wen­dung «bei Be­darf» er­setzt wor­den. Die ZKB ge­he je­doch nicht von ei­ner Än­de­rung des Sta­tus quo aus. An­ge­ho­ben wur­den da­ge­gen die Ren­di­te­er­war­tun­gen für die zehn­jäh­ri­gen «Eid­ge­nos­sen» auf Sicht von drei und zwölf Mo­na­ten: um je 30 Bp auf 1 bzw. 1,4% (vgl. Ta­bel­le).

Auf Jah­res­sicht dürf­ten sich die Schwei­zer Zin­sen wei­ter Rich­tung Nor­ma­li­tät be­we­gen, er­klärt Mar­met und geht da­bei von ei­nem nach­hal­ti­gen Trend aus. Al­ler­dings könn­ten die kom­men­den drei Mo­na­te vo­la­til blei­ben, je­den­falls bis mehr Klar­heit dar­über herr­sche, was das Fed wirk­lich ma­che. Fun­da­men­tal­da­ten wird der Markt nach An­sicht von Mar­met wie­der mehr Ge­wicht bei­mes­sen. Das Ri­si­ko, dass der all­ge­mei­ne Ren­di­te­an­stieg die Kon­junk­tur dämpft, schätzt der ZKB-Öko­nom als ge­ring ein. Der Ren­di­te­an­stieg der ver­gan­ge­nen Ta­ge sei zu stark aus­ge­fal­len und ha­be des­halb auch schon kor­ri­giert. Der ge­ne­rel­le Zins­an­stieg er­wei­se sich, wie vor­aus­zu­se­hen war, als nach­hal­tig – und kom­me nun doch schnel­ler als er­war­tet.

Trans­at­lan­ti­sche Kor­re­la­ti­on

Bank Ju­li­us Bär hat nach An­ga­ben von Öko­no­min Su­san Jo­ho die Pro­gno­se der «Eid­ge­nos­sen»-Ren­di­te auf Sicht von drei Mo­na­ten zwar um 15 Bp an­ge­ho­ben, da­ge­gen die län­ger­fris­ti­gen Er­war­tun­gen auf Sicht von zwölf Mo­na­ten re­la­ti­viert und den im Mai auf 1,5% er­höh­ten Wert wie­der um 20 Bp zu­rück­ge­nom­men. Un­ge­ach­tet die­ser ge­gen­läu­fi­gen Kor­rek­tur kommt, nach den Wor­ten von Chef­öko­nom Jan­wil­lem Acket, aus Über­see Druck nach oben auf die Ren­di­ten der «Eid­ge­nos­sen».

Der «trans­at­lan­ti­schen Kor­re­la­ti­on» kön­ne sich die Schweiz nicht ent­zie­hen: US-Tre­a­su­ries stell­ten die «Leit­zin­sen» für deut­sche Bun­des­an­lei­hen dar, de­nen wie- der­um Bench­mark-Funk­ti­on in der Eu­ro­zo­ne zu­kom­me, und die dor­ti­gen Sät­ze kor­re­lier­ten nun ein­mal auch mit de­nen der lang­fris­ti­gen Schwei­zer Staats­an­lei­hen. Am kur­zen En­de zeich­ne sich kei­ne Än­de­rung ab, schliess­lich ha­be die SNB we­gen des Min­dest­kur­ses «gar kei­ne an­de­re Wahl», als den Leit­zins tief zu hal­ten.

UniCre­dit hat die Pro­gno­sen seit En­de Mai noch nicht an­ge­passt, lässt Zins­stra­te­ge Lu­ca Caz­zu­la­ni wis­sen. Da­mals hat­te die Bank die Drei­mo­nats­pro­gno­se der Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Eid­ge­nos­sen um 15 Bp auf 0,9% nach oben kor­ri­giert.

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