Ausverkauf bie­tet Ren­di­te­chan­cen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - RAI­NER GUN­TER­MANN,

Nach dem schar­fen Ausverkauf in al­len An­la­ge­klas­sen ha­ben sich die An­lei­hen­märk­te vor­erst sta­bi­li­siert. Ge­hol­fen ha­ben da­bei die be­ru­hi­gen­den Wor­te von EZB-Chef Ma­rio Draghi, dass der Aus­stieg aus der ex­pan­si­ven Geld­po­li­tik noch weit ent­fernt ist. Vie­le In­ves­to­ren dürf­ten bei den ak­tu­el­len Ni­veaus in den Start­lö­chern ste­hen, um von den hö­he­ren Ren­di­ten zu pro­fi­tie­ren. Wir ge­hen da­von aus, dass sich das Kauf­in­ter­es­se vor al­lem nach dem Halb­jah­res­ul­ti­mo ver­stärkt. Bei US-Tre­a­su­ries dro­hen Rück­schlä­ge, wenn der ISM-In­dex kom­men­de Wo­che deut­lich über 50 steigt und der US-Ar­beits­markt­be­richt so­li­de aus­fällt.

Nach­dem die Pe­ri­phe­rie­märk­te be­son­ders ge­lit­ten hat­ten, ste­hen die Zei­chen auch hier auf Er­ho­lung. Denn zum ei­nen war der Ren­di­te­an­stieg in ers­ter Li­nie durch die Sor­gen über ei­ne glo­ba­le Li­qui­di­täts­ver­knap­pung mo­ti­viert und we­ni­ger durch Bo­ni­täts­über­le­gun­gen. So­bald sich US-Tre­a­su­ries und deut­sche Bun­des­an­lei­hen sta­bi­li­sie­ren, dürf­ten auch die Ren­di­ten der Pe­ri­phe­rie­märk­te nach­ge­ben. Zum an­de­ren dürf­te ein über­mäs­si­ger Ren­di­te­an­stieg der EZB ein Dorn im Au­ge sein. Denn für straf­fe­re mo­ne­tä­re Kon­di­tio­nen ist die Kon­junk­tur im Eu­ro­raum noch zu schwach. Die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen ge­ben so­mit der EZB-Rat­sit­zung in der kom­men­den Wo­che zu­sätz­li­che Wür­ze. Draghi dürf­te nächs­ten Don­ners­tag die an­hal­tend ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik der EZB auf ab­seh­ba­re Zeit be­stä­ti­gen.

Por­tu­gal dürf­te bei den Hin­wei­sen auf das OMT-Pro­gramm auf­merk­sam hin­hö­ren. Denn das Tor zum Pri­mär­markt bleibt bei ak­tu­el­len Ren­di­ten von über 4% im drei­jäh­ri­gen und knapp 6,5% im zehn­jäh­ri­gen Be­reich ver­schlos­sen. Bei sei­nen Äus­se­run­gen zu mög­li­chen Um­tausch­ge­schäf­ten und ei­nem Auk­ti­ons­ka­len­der dürf­te Fi­nanz­mi­nis­ter Gas­par auch an die OMT-Be­din­gun­gen ge­dacht ha­ben. Gleich­zei­tig dürf­te sich die Ren­di­te­dif­fe­renz zwi­schen Ita­li­en und Spa­ni­en wie­der aus­wei­ten. Er­fah­rungs­ge­mäss re­agiert der Markt deut­lich sen­si­bler auf neu­es An­ge­bot von Staats­an­lei­hen: Bel­gi­sche und ita­lie­ni­sche Ti­tel ka­men die­se Wo­che vor den je­wei­li­gen Auk­tio­nen stark un­ter Druck. Nächs­te Wo­che ste­hen Auk­tio­nen in Spa­ni­en kurz vor der EZBSit­zung an.

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