Qwe­wri

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Ge­or­gi­en: Dort heisst man -dze oder -schwi­li. Wie Dschu­gaschwi­li, der stäh­ler­ne Ty­rann zu Mos­kau. Der süf­fel­te lieb­li­che Trop­fen à la Kindz­mar­au­li und Kh­van­ch­ka­ra – es gibt im Kau­ka­sus­land noch über 500 wei­te­re hei­mi­sche Sor­ten. Zu So­wjet­zei­ten «ex­por­tier­te» Ge­or­gi­en Wein ins gan­ze ro­te

Reich. Heu­te wä­ren die Rus­sen die na­tür­li­che Kund­schaft: Sie be­dür­fen kei­ner Auf­klä­rung dar­über, wie aussergewöhnlich vor al­lem Weis­se aus dem Qwe­wri sind, ei­ner gros­sen, im Bo­den ver­gra­be­nen To­nam­pho­re, in der nach Ur­vä­ter Art Trau­ben­gut ver­go­ren wird (selbst das Put­zen da­nach stimmt, wie Fi­gu­ra zeigt, wein­se­lig – es muss am Duft lie­gen). Russ­land hat eben erst den Wein­im­port aus dem un­bot­mäs­si­gen Ge­or­gi­en wie­der er­laubt, macht je­doch die Gren­ze dicht für Kres­zen­zen aus Mol­da­wi­en. Die­sem Ar­men­haus, wie auch der Ukrai­ne, wird ge­droht, im Win­ter wer­de kein Gas ge­lie­fert – denn Chi­si­nau und Kiew ban­deln mit Brüs­sel an. Li­tau­en, be­reits in EU und Na­to, kri­ti­siert Gaz­prom, er­go boy­kot­tie­ren die Mos­ko­wi­ter Mol­ke­rei­pro­duk­te aus dem Bal­ti­kum. Der Kreml heu­chelt je­weils was von Qua­li­täts­män­geln. Doch an­rü­chig ist we­der ge­or­gi­scher Wein noch li­taui­sche Milch, son­dern rus­si­sche Aus­sen­po­li­tik.

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