Dank Re­form

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - ERNST HERB,

Von 2007 bis 2012 hat PT Kal­be Far­ma (In­do­ne­si­en: KLBF, 1330 Ru­piah, Bör­sen­wert von 67 538 Mrd. Ru­piah oder 5,5 Mrd. Fr.) den Um­satz auf um­ge­rech­net 1,1 Mrd. Fr. fast ver­dop­pelt. Das Wachs­tum ver­dankt der gröss­te ko­tier­te süd­ost­asia­ti­sche Phar­ma­kon­zern, der auch Ener­gie­ge­trän­ke her­stellt und in der Lo­gis­tik tä­tig ist, der boo­men­den Nach­fra­ge auf dem Heim­markt, aber auch der Ex­pan­si­on in Nach­bar­län­dern und Afri­ka. Die Er­folgs­ge­schich­te lässt sich an der Kurs­ent­wick­lung ab­le­sen: Die Ak­ti­en ha­ben in fünf Jah­ren über 1000% zu­ge­legt.

Seit Mit­te 2013 bläst Kal­be Far­ma aber Ge­gen­wind ins Ge­sicht – nicht we­gen haus­ge­mach­ter Pro­ble­me, son­dern weil sich das Um­feld in­fol­ge ma­kro­öko­no­mi­scher Un­gleich­ge­wich­te deut­lich ver­schlech­tert hat. In­do­ne­si­en, die bei wei­tem gröss­te süd­ost­asia­ti­sche Volks­wirt­schaft, weist seit zwei Jah­ren ein Zah­lungs­bi­lanz­de­fi­zit aus. Die Lan­des­wäh­rung Ru­piah ist seit Mit­te Jahr un­ter Ab­wer­tungs­druck. Die Kri­sen­ängs­te sind nicht spur­los an den Kal­be-Ak­ti­en vor­über­ge­gan­gen: Seit dem All­zeit­hoch im Mai sind sie fast 15% ge­fal­len.

Auf den Ab­satz von Kal­be Far­ma ha­ben sich die ma­kro­öko­no­mi­schen Pro­ble­me nicht aus­ge­wirkt. An ih­ren Kopf­weh­pil­len oder Ma­gen­mit­teln spart ein ein­schlä­gig ge­plag­ter Kon­su­ment nicht so schnell. Al­ler­dings im­por­tiert die Grup­pe 90% der Roh­stof­fe und Pro­duk­ti­ons­an­la­gen. Die schwa­che Lan­des­wäh­rung ver­teu­ert die ein­ge­führ­ten Wa­ren und drückt die Mar­ge. Dass der Ge­winn im drit­ten Quar­tal nur 10% stieg, hat die Ak­tio­nä­re ent­täuscht: Die Ak­ti­en ver­lo­ren am Di­ens­tag nach Be­kannt­ga­be des Zwi­schen­be­richts 2,2%.

Da­mit no­tie­ren die Ti­tel im­mer noch 34% hö­her als vor ei­nem Jahr, wo­durch der Wech­sel­kurs­ver­lust der Ru­piah bei wei­tem wett­ge­macht und der in­do­ne­si­sche Markt (der in Jah­res­frist gut 5% zu­ge­legt hat) deut­lich ge­schla­gen wird. Zwar sind die Kal­be-Ak­ti­en mit ei­nem ge­schätz­ten Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2014 um 30 hoch be­wer­tet. Das ja­pa­ni­sche Fi­nanz­haus No­mu­ra emp­fiehlt sie den­noch zum Kauf, mit ei­nem mit­tel­fris­ti­gen Kurs­ziel von 1500 Ru­piah.

Die Kauf­emp­feh­lung stützt sich nicht nur dar­auf, dass sich die La­ge an der ma­kro­öko­no­mi­schen Front spür­bar be­ru­higt hat. Der Haupt­grund für die po­si­ti­ve Ein­schät­zung liegt in der ge­plan­ten Re­form des in­do­ne­si­schen Ge­sund­heits­sys­tems. Dank ihr wird mit grosser Wahr­schein­lich­keit die me­di­zi­ni­sche Gr­und­ver­sor­gung bald schon lan­des­weit ga­ran­tiert sein. Da­von dürf­te be­son­ders Kal­be Far­ma, die in In­do­ne­si­en ei­nen Markt­an­teil von 13% hält, pro­fi­tie­ren. Denn zum ei­nen bie­tet die Grup­pe preis­lich wett­be­werbs­fä­hi­ge Pro­duk­te an, zum an­de­ren be­sitzt sie – an­ders als vie­le Kon­kur­ren­ten – ein gu­tes Ver­teil­sys­tem in dem mehr als 6000 be­wohn­te In­seln zäh­len­den Ar­chi­pel.

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