Kün­di­gen

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Seit zehn Jah­ren mahnt die Na­tio­nal­bank die Kan­to­ne, sie dürf­ten nicht mit der lieb­ge­won­ne­nen Aus­schüt­tung rech­nen. 2003 warn­te der da­ma­li­ge SNB-Präsident Je­an-Pier­re Roth, rea­lis­tisch sei knapp 1 Mrd. Fr. statt der für ei­ni­ge Jah­re aus­ge­zahl­ten 2,5 Mrd. Fr. – da­mit bau­te die SNB Re­ser­ven ab. Er pro­phe­zei­te, es wer­de mit «er­heb­li­chen po­li­ti­schen Schwie­rig­kei­ten» ver­bun­den sein, den Be­trag wie­der her­ab­zu­set­zen.

In der Tat. Nach dem re­kord­ho­hen Jah­res­ver­lust 2010 von 19 Mrd. Fr. kürz­te der Bank­rat – der Ver­wal­tungs­rat der SNB mit Kan­tons­ver­tre­tern – die jähr­li­che Rück­stel­lung auf fast null und er­reich­te da­mit, dass die 2,5 Mrd. Fr. aus­ge­schüt­tet wur­den. Die Rück­stel­lung war zu­vor we­gen der Fi­nanz­kri­se er­höht wor­den. Die Recht­fer­ti­gung für den Kniff ist frag­wür­dig: Der Jah­res­ver­lust sei im De­zem­ber ent­stan­den und nicht ab­seh­bar ge­we­sen, ein kurz­fris­ti­ges Aus­blei­ben der Aus­schüt­tung wä­re für die Kan­to­ne nicht zu ver­kraf­ten.

«Die Na­tio­nal­bank hat kei­nem po­li­ti­schen Druck nach­ge­ge­ben», ver­si­cher­te der da­ma­li­ge SNB-Vi­ze Tho­mas Jor­dan. Die Un­ab­hän­gig­keit der Geld­po­li­tik sei un­trenn­bar von der Un­ab­hän­gig­keit der SNB-Bi­lanz.

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