Die Bör­se re­flek­tiert Oer­li­kons Po­ten­zi­al noch zu we­nig

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE - AM

Seit drei Jah­ren ge­lingt es dem In­dus­trie­kon­zern Oer­li­kon wie­der, zwei­stel­li­ge Be­triebs­mar­gen zu er­zie­len. Zu­vor muss­ten die Ex­zes­se und Fehl­in­ves­ti­tio­nen aus den Boom­jah­ren be­wäl­tigt wer­den. Der Kon­zern ist da­mals durch Gross­über­neh­men mit ho­hen Schul­den be­la­den wor­den, was sich in der Kri­se ge­rächt hat.

Seit 2012 be­zahlt Oer­li­kon nach fast zehn­jäh­ri­gem Un­ter­bruch wie­der Di­vi­den­de, und mit dem Ver­kauf der So­lar­spar­te und des Na­tur­fa­ser­spinn­ma­schi­nen­ge­schäfts hat man sich hoch­vo­la­ti­ler und in­ves­ti­ti­ons­in­ten­si­ver Ge­schäf­te ent­le­digt. Zu­dem wur­de ei­ni­ges in e zien­te­re Pro­duk- ti­ons­me­tho­den in­ves­tiert, was die Kos­ten­struk­tur ver­bes­sert hat. Durch al­le die­se Mass­nah­men ist die Er­geb­nis­ent­wick­lung sta­bi­ler ge­wor­den. Ein Un­si­cher­heits­fak­tor bleibt die Füh­rung: Der ab­rup­te Ab­gang des er­folg­rei­chen CEO Micha­el Bu­scher im Früh­ling war un­schön, und die Ab­sich­ten von Gross­ak­tio­när Vic­tor Vek­sel­berg blei­ben in­trans­pa­rent.

2013 dürf­te die Mar­ge nach den 13,1% (oh­ne Son­der­er­trä­ge) im sehr gu­ten Vor­jahr auf rund 12% zu­rück­fal­len, was der au­en Kon­junk­tur in den In­ves­ti­ti­ons­gü­ter­in­dus­tri­en, der wich­tigs­ten Kun­den­grup­pe von Oer­li­kon, ge­schul­det ist. Doch Oer­li­kon rech- net da­mit, in al­len ih­ren Ge­schäfts­be­rei­chen im Ver­lauf von 2013 Markt­an­tei­le ge­won­nen zu ha­ben. An­hal­tend gut läuft es im Ge­schäft mit Kunst­fa­ser­spinn­ma­schi­nen. Hier ist die Ebit-Mar­ge bis En­de Sep­tem­ber auf 16,5% ge­stie­gen. Schwie­ri­ger hat es da­ge­gen die Spar­te Dri­ve Sys­tems, die vor al­lem den Rück­gang der Nach­fra­ge nach Ge­trie­be­tei­len für schwe­re Bau- und Berg­bau­ma­schi­nen zu spü­ren be­kommt. Die Ebit-Mar­ge be­trägt hier un­ge­nü­gen­de 3%. Recht kon­stant läuft das Ge­schäft in der Spar­te Va­ku­um­pum­pen, wo die Ebit-Mar­ge in der Neun­mo­nats­pe­ri­ode per En­de Sep­tem­ber nur ge­ring­fü­gig auf 10,7% ge­sun­ken ist. Kon­stant ho­he Ebit-Mar­gen von über 20% lie­fert das Be­schich­tungs­ge­schäft.

Zu den Er­trags­aus­sich­ten 2014 macht Oer­li­kon noch kei­ne kon­kre­ten Aus­sa­gen. Die der­zeit har­zi­ge In­ves­ti­ti­ons­kon­junk­tur deu­tet auf sta­gnie­ren­de Er­geb­nis­se hin. Doch ein Um­schwung im In­ves­ti­ti­ons­ver­hal­ten der Kun­den könn­te zu deut­lich stei­gen­den Be­stel­lun­gen füh­ren.

Auf den Er­trags­ver­lauf 2014 wür­de ein Kauf des Ober ächen­ge­schäfts von Sul­zer (Met­co) ent­schei­den­den Ein uss ha­ben. Der­zeit läuft der Biet­pro­zess für Met­co noch (vgl. Sei­te 17). Be­kommt Oer­li­kon den Zu­schlag, dann wür­de die jetzt an­nä­hernd zins­los ge­hal­te­ne Net­to­li­qui­di­tät von über 1 Mrd. Fr. wie­der Ren­di­te ab­wer­fen, was ge­mes­sen an der Er­trags­kraft von Met­co zu ei­ner Er­hö­hung des Ge­winns pro Ak­tie von rund 15 Rp. füh­ren dürf­te. Die­ser Zu­satz­ge­winn ist in un­se­rer Schät­zung für 2014 noch nicht ent­hal­ten. Wird der Met­co-Ge­winn zur 2014-Schät­zung ad­diert, sind Oer­li­kon ge­ra­de noch mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 14 be­wer­tet. Das ist bran­chen­weit güns­tig: Die Schwei­zer In­dus­trie­ti­tel kom­men im Durch­schnitt auf ein KGV von knapp 17. Ent­spre­chend ha­ben Oer­li­kon durch­aus noch Kur­s­po­ten­zi­al. Fi­nanz­da­ten zu OC Oer­li­kon im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer:

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