Evol­va bringt In­ves­to­ren in süs­se Ver­su­chung

Kon­su­men­ten wol­len na­tür­li­che ka­lo­ri­en­freie Süss­sto e in ih­ren Soft­drinks. Evol­va pro tiert da­von. Ana­lys­ten er­ach­ten die Va­lo­ren als un­ter­be­wer­tet.

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - MICHA­EL GRIESDORF

Soft­drink­her­stel­ler sind pes­si­mis­tisch ge­stimmt. Ei­nen Rück­gang von 3% bei Süss­ge­trän­ken er­war­tet bei­spiels­wei­se In­dra Nooyi, CEO von Pep­si, für 2013. Das zu­neh­men­de Miss­trau­en der Kon­su­men­ten ge­gen­über che­misch her­ge­stell­ten Süss­stof­fen be­las­tet. Zu­lie­fe­rer wie Car­gill sind auf neue Ide­en an­ge­wie­sen. Fün­dig ge­wor­den ist der Rie­se bei Evol­va, ei­nem klei­nen Schwei­zer Bio­tech-Un­ter­neh­men, das sich zu­neh­mend auf Nah­rungs­zu­satz­stof­fe kon­zen­triert. An­fang 2013 sind die bei­den Ge­sell­schaf­ten ei­ne Part­ner­schaft ein­ge­gan­gen.

Evol­va hat ei­ne Fer­men­ta­ti­ons­me­tho­de mit­hil­fe von Hefe­bak­te­ri­en ent­wi­ckelt, die es er­laubt, den na­tür­li­chen ka­lo­ri­en­frei­en Süss­stoff Stevia aus ge­wöhn­li­chem Zu­cker her­zu­stel­len. Der­zeit ist das Ver­fah­ren noch in der Test­pha­se. Auch stel­len be­reits an­de­re Un­ter­neh­men wie die bri­ti­sche Pu­reCir­cle Stevia-Ex­trak­te her. Das bis­her er­hält­li­che Pro­dukt ist al­ler­dings leicht bit­ter im Nach­ge­schmack und teu­er in der Pro­duk­ti­on, da es von der Stevia-Pflan­ze selbst stammt. Die Me­tho­de, an der Evol­va forscht, ist dank der Ver­wen­dung von Zu­cker und Hefe­bak­te­ri­en als Grund­stof­fe viel güns­ti­ger. So müs­sen bei­spiels­wei­se kei­ne gros­sen Fel­der be­wirt­schaf­tet wer­den, auf de­nen die Pflan­zen wach­sen. Gleich­zei­tig kön­nen zum ers­ten Mal die ein­zel­nen In­halts­stof­fe se­pa­rat ge­won­nen wer­den. So kann das be­gehr­te Re­bau­dio­si­de-D, das nicht bit­ter und bis 300-mal süs­ser ist als Zu­cker, ein­zeln pro­du­ziert wer­den.

Doch nicht nur Stevia-Süss­stof­fe kön­nen mit dem Ver­fah­ren her­ge­stellt wer­den. Auch Va­nil­lin, Saf­ran­ex­trakt und Res­vera­trol (ein Mit­tel, das zur Ver­bes­se­rung des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems bei­tra­gen soll) sind da­mit zu ge­win­nen. Evol­va könn­te da­mit einst zu ei­nem ernst­zu­neh­men­den Ni­schen­play­er im Markt für Nah­rungs­mit­tel­zu­satz­stof­fe wer­den.

Ge­winn­schwel­le nach 2015

Nach der Ein­füh­rung von Stevia-Ex­trak­ten 2015 oder spä­tes­tens 2016 (vgl. Grafik) soll zu­sam­men mit den Ver­käu­fen von Va­nil­lin­ex­trak­ten – das ent­spre­chen­de Ver­fah­ren wird mit dem Giv­au­dan-Kon­kur­ren- ten IFF ent­wi­ckelt – die Ge­winn­schwel­le er­reicht wer­den. Da­bei wer­den sich die Ba­sel­bie­ter wei­ter auf die For­schung kon­zen­trie­ren. Die Ver­mark­tung von Stevia wird Car­gill über­neh­men. Auch die Pro­duk­ti­on wird wohl den US-Ame­ri­ka­nern oder ei­nem Drit­t­un­ter­neh­men über­las­sen. Da­mit wird we­ni­ger Ka­pi­tal ge­bun­den. Im Fall ei­ner Zu­las­sung er­hält Evol­va ent­we­der 45% aus dem jähr­li­chen Ge­winn oder Li­zenz­zah­lun­gen ba­sie­rend auf dem Um­satz im mitt­le­ren ein­stel­li­gen bis un­te­ren zwei­stel­li­gen Pro­zent­be­reich.

An­ge­sichts der span­nen­den In­vest­ment­s­to­ry ha­ben die Ak­ti­en seit An­fang 2013 rund 200% auf 1.10 Fr. zu­ge­legt. Auf das Un­ter­neh­men auf­merk­sam ge­wor­den ist auch ein wei­te­rer Bro­ker.

In­ves­ti­ti­on mit Po­ten­zi­al

Ne­ben Von­to­bel und Edi­son In­vest­ment Re­se­arch deckt neu auch Cre­dit Suis­se die Va­lo­ren ab. Analyst Chris­toph Gret­ler schreibt in ei­ner Stu­die, dass Evol­va zu ei­ner hoch­mar­gi­gen, we­nig ka­pi­tal­in­ten­si­ven Wachs­tums­ge­sell­schaft wer­den könn­te, und ist wie auch Von­to­bel und Edi­son über­zeugt, dass die Ti­tel un­ter­be­wer­tet sind. Nach sei­nen Be­rech- nun­gen sind sie bei er­folg­rei­cher Ein­füh­rung von Stevia und Va­nil­lin ge­gen­wär­tig 1.60 Fr. wert. Zum ak­tu­el­len Kurs wür­de das ei­nem wei­te­ren An­stieg um rund 45% ent­spre­chen, was die Va­lo­ren kau­fens­wert macht.

Die An­nah­men von Gret­ler be­ru­hen dar­auf, dass die Zu­las­sungs­be­hör­den den Stevia-Ex­trakt auch tat­säch­lich als na­tür­lich klas­si­fi­zie­ren und es ge­lingt, zu kom­pe­ti­ti­ven Prei­sen zu pro­du­zie­ren. Gret­ler er­war­tet wei­ter, dass die Gel­der zur Ent­wick­lung der Her­stel­lungs­me­tho­de noch fast zwei Jah­re rei­chen. Geht al­les gut, ist Evol­va so­mit knapp bis zum Bre­ak­e­ven ab­ge­si­chert.

Ein zwei­schnei­di­ges Schwert bleibt, dass mit dem Ri­si­ko­ka­pi­tal­ge­ber York­vil­le Ad­vi­sors ( YA) ein Ab­kom­men ab­ge­schlos­sen wur­de, wo­nach er sich ver­pflich­tet, bei Be­darf für bis zu 30 Mio. Fr. Ak­ti­en zu kau­fen. Rund 5 Mio. Fr. sind be­reits ab­ge­ru­fen wor­den. Ei­ner­seits be­steht so ei­ne aus­rei­chen­de Ka­pi­tal­rück­ver­si­che­rung. An­de­rer­seits müs­sen An­le­ger mit ei­ner ge­wis­sen Ver­wäs­se­rung rech­nen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Evol­va im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer:

EVE

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