Chi­nas Hun­ger

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - EH

Sich bei ei­nem gu­ten Es­sen zu tref­fen, steht im Zen­trum des so­zia­len Le­bens in Chi­na. So über­rascht es nicht, dass das Land in Be­zug auf die Re­stau­rant­dich­te welt­weit an der Spit­ze steht. Das hat auch da­mit zu tun, dass die meis­ten Fa­mi­li­en trotz ra­sant stei­gen­der Kauf­kraft wei­ter be­engt woh­nen. Ge­ta­felt wird da­her meist aus­wärts. Nebst der gu­ten Qua­li­tät, wett­be­werbs­fä­hi­gen Prei­sen und der zen­tra­len La­ge der Lo­ka­le ist dies das Er­folgs­ge­heim­nis von (Hong­kong: 573; 5,75 HK-$; Bör­sen­wert von 5874,3 Mio. HK-$ oder 687 Mio. Fr.).

Das 1991 ge­grün­de­te Hong­kon­ger Gastro­un­ter­neh­men be­treibt in der Son­der­ver­wal­tungs­re­gi­on und in Süd­chi­na über 120 Gast­stät­ten. Doch an­ders als bei ame­ri­ka­ni­schen Fast-Food-Ket­ten steht auf der Spei­se­kar­te von Tao He­ung kein Ein­heits­an­ge­bot, son­dern ei­ne brei­te Pa­let­te der chi­ne­si­schen Kü­che. Je nach Lust, Lau­ne oder den ver­füg­ba­ren Mit­teln ha­ben die Kun­den die Wahl zwi­schen ei­nem der fünf­zehn Brands.

Die Re­stau­rant­ket­te, die es im ver­gan­ge­nen Fi­nanz­jahr auf ei­nen Um­satz von 4.05 Mrd. HK-$ (474 Mio. Fr.) ge­bracht hat, be­fin­det sich auf ei­nem for­schen Ex­pan­si­ons­kurs. Die Zahl der Lo­ka­le soll bis 2017 auf 200 er­höht wer­den. In­ner­halb von zwei Jah­ren wuchs der Ab­satz über 30%. Der Rein­ge­winn stieg zwi­schen 2010 und 2012 von 221 auf 303 Mio. HK-$. Ent­spre­chend steil ist die Kurs­ent­wick­lung der Tao-He­ung-Ti­tel ver­lau­fen: Sie ha­ben seit An­fang 2012 rund 100% zu­ge­legt. Im sel­ben Zei­t­raum be­weg­te sich der Hong­kon­ger Haupt­in­dex le­dig­lich seit­wärts.

Die Ab­küh­lung der Kon­junk­tur hat das von der Grün­der­fa­mi­lie kon­trol­lier­te Un­ter­neh­men kaum ge­spürt. Spur­los an Tao He­ung vor­über­ge­gan­gen ist auch der Kampf der chi­ne­si­schen Re­gie­rung ge­gen die von Be­am­ten aus­ge­rich­te­ten kost­spie­li­gen Ban­ket­te, der in Re­stau­rants der obers­ten Preis­klas­se zu star­ken Ein­bus­sen ge­führt hat. Ei­nen Dämp­fer ha­ben der Ak­tie al­ler­dings die auf dem Fest­land ra­sant stei­gen­den Ein­kom­men ver­setzt. Zu­dem macht sich die Über­hit­zung des Hong­kon­ger Im­mo­bi­li­en­markts für Tao He­ung in hö­he­ren Kos­ten be­merk­bar. Des­halb stieg der Rein­ge­winn im ers­ten Se­mes­ter 2013 ver­g­li­chen zum Vor­jah­res­zeit­raum nur 10%.

Das Un­ter­neh­men konn­te die ge­stie­ge­nen Kos­ten durch die Er­hö­hung der Pro­duk­ti­vi­tät al­ler­dings zu ei­nem gros­sen Teil wett­ma­chen. Tao He­ung be­treibt Lo­gis­tik­zen­tren, die Le­bens­mit­tel zen­tral ein­kau­fen, vor­be­rei­ten und an­lie­fern. Das be­währ­te Kon­zept dürf­te sich nicht zu­letzt we­gen des gu­ten Rufs, der Tao He­ung vor­aus­eilt, auch auf an­de­re Re­gio­nen Chi­nas über­tra­gen las­sen. Auf­grund des­sen ist, trotz des in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten et­was ver­lang­sam­ten Ge­schäfts­gangs, ein im Ver­gleich zum Ge­samt­markt ho­hes Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2013 von 18 ge­recht­fer­tigt.

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