EU schwächt Bank­tren­nung

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CP,

Die for­cier­te Ab­tren­nung ein­zel­ner Ein­hei­ten von Ban­ken ist seit der Fi­nanz­kri­se ein um­strit­te­nes Mit­tel in der Be­kämp­fung von Too big to fail. Die Eu­ro­päi­sche Uni­on (EU) ist nun of­fen­bar nicht mehr ge­willt, den Han­del ganz vom Kre­dit­ge­schäft zu tren­nen. So steht es in ei­nem Ent­wurf der Kom­mis­si­on, der in Brüssel zir­ku­liert und in die Hän­de der «Fi­nan­ci­al Ti­mes» ge­fal­len ist.

Ei­ne Spre­che­rin des Bin­nen­markt­kom­mis­sars Mi­chel Bar­nier hat be­stä­tigt, dass ein Vor­schlag für die Struk­tur­re­form in Vor­be­rei­tung sei und noch vor En­de Ja­nu­ar der Kom­mis­si­on vor­ge­legt wer­de. Noch hand­le es sich um ei­nen Ent­wurf. Im Ver­gleich zu Aus­sa­gen von Mi­chel Bar­nier an ei­nem An­lass im Ok­to­ber in Lon­don ist der Vor­schlag um gut zwei Mo­na­te ver­zö­gert. An dem An­lass liess Bar­nier durch­bli­cken, dass er na­tio­na­le Re­ge­lun­gen punk­to Ban­ken­struk­tur re­spek­tie­re und kei­nen Wi­der­spruch mit neu­en EU-Re­geln schaf­fen wol­le.

Im Grund­satz geht die Idee der Se­pa­rie­rung auf die Vor­schlä­ge der Liika­nen-Kom­mis­si­on zu­rück, die 2012 ver­langt hat­te, den Han­del in ei­ne se­pa­ra­te und ei­gens ka­pi­ta­li­sier­te Ein­heit aus­zu­la­gern. An­ders als bei Liika­nen soll die De­fi­ni­ti­on von Han­dels­ge­schäft so eng sein, dass die Markt­ma­cher­ak­ti­vi­tät und der Han­del für Kun­den nicht aus­ge­la­gert wer­den müss­ten. Das Ver­bot des Ei­gen­han­dels be­tref­fe zu­dem nur die dreis­sig gröss­ten Ban­ken. We­gen der De­fi­ni­ti­on wä­re das EU-Ei­gen­han­dels­ver­bot gross­zü­gi­ger als die Vol­cker-Re­gel, die ab 2015 in den USA gel­ten wird und Ban­ken ver­bie­tet, auf ei­ge­ne Rech­nung Han­dels­po­si­tio­nen ein­zu­ge­hen. Die Se­pa­rie­rung ist oben­drein nicht ob­li­ga­to­risch.

Wird ein Vor­schlag, der ver­mut­lich erst in der kom­men­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments be­ra­ten wird, in die­ser Form an­ge­nom­men, dürf­te er weit­ge­hend zahn­los sein. Na­tio­na­le Vor­schrif­ten, wie sie in Gross­bri­tan­ni­en, Frank­reich und Deutsch­land vor­ge­se­hen sind, hät­ten so­mit Vor­rang.

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