Kaf­fee wird teu­rer

Roh­stof­fe Ara­bi­ca steigt 10% – Ei­si­ge US-Tem­pe­ra­tu­ren las­sen Roh­öl­markt kalt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - Micha­el Pey­er

Der Jah­res­auf­takt ver­lief an den Roh­stoff­märk­ten in ru­hi­gen Bah­nen. Zum Jah­res­en­de hin hat­ten sich noch vie­le Markt­teil­neh­mer aus den Öl- und Agrar­märk­ten ver­ab­schie­det. Ei­ni­ge zu­vor stark durch­ge­schüt­tel­te Seg­men­te wie zum Bei­spiel Edel­me­tal­le und Kaf­fee konn­ten seit Jah­res­be­ginn aber Wert­stei­ge­run­gen ver­zeich­nen. Die Prei­se für Ara­bi­ca-Kaf­fee ge­wan­nen nach ei­ner kur­zen Zwi­schen­kor­rek­tur im al­ten Jahr wie­der deut­lich an Schwung. Seit Jah­res­be­ginn ver­teu­er­te sich Ara­bi­ca-Kaf­fee um gut 9%. Mit 122.15 $/Pfund no­tier­te der wich­tigs­te Kon­trakt an der In­ter­na­tio­nal Ex­ch­an­ge (ICE) so hoch wie zu­letzt im ver­gan­ge­nen Au­gust. Gold hat sich über das Jah­res­en­de et­was von den Tiefs lö­sen kön­nen und no­tier­te am Di­ens­tag­mor­gen mit 1236.90 $/Fein­un­ze auf ei­nem Drei­wo­chen­hoch.

Ein Fass (159 Li­ter) Erd­öl der eu­ro­päi­schen Nord­see­sor­te Brent kos­tet der­zeit 107.25 $. Der Preis ist über den Jah­res­wech­sel re­gel­recht ein­ge­bro­chen. Noch am 27. De­zem­ber 2013 no­tier­te Brent auf ei­nem Drei­wo­chen­hoch von 112.80 $. Der Ab­sturz kam für vie­le Markt­teil­neh­mer über die Fest­ta­ge et­was un­er­war­tet. Die Hoff­nung, dass sich die Si­tua­ti­on in Li­by­en bald sta­bi­li­sie­ren könn­te, liess die Fu­tures-Prei­se bin­nen vier Ta­ge im dün­nen Han­del um 5,5% ein­bre­chen. Ob sich die un­über­sicht­li­che La­ge in Sy­ri­en wirk­lich rasch ver­bes­sert, wird aber von vie­len Markt­teil­neh­mern be­zwei­felt. So gab es auch am Mon­tag wie­der ei­nen neu­en Zwi­schen­fall, bei dem das li­by­sche Mi­li­tär ei­nen Öl­tan­ker un­ter Be­schuss nahm und so ver­hin­der­te, dass die­ser ei­nen von den Auf­stän­di­schen kon­trol­lier­ten Ha­fen an­lau­fen konn­te. Für er­staun­lich we­nig Preis­un­ter­stüt­zung sorg­ten die Mel­dun­gen über Kämp­fe im Irak und die re­kord­tie­fen Tem­pe­ra­tu­ren in den USA. Der eu­ro­päi­sche Heiz­öl­kon­trakt (Ga­soil-ICE) ver­lor in we­ni­gen Ta­gen gut 50 $ und no­tier­te am Mon­tag­abend bei 909 $/ Ton­ne. Das ist der nied­rigs­te Preis seit sie­ben Wo­chen.

Die re­kord­tie­fen Tem­pe­ra­tu­ren in wei­ten Tei­len der USA lies­sen die US-Roh­öl­märk­te eben­falls gänz­lich kalt. In Chi­ca­go wur­den am Mon­tag Ta­ges­höchst­tem­pe­ra­tu­ren von we­ni­ger als mi­nus 20 Grad Cel­si­us ge­mes­sen. Den­noch fiel der Preis für ein Fass Erd­öl der Sor­te WTI an der New Yor­ker Wa­ren­ter­min­bör­se Nymex auf ein Mo­nat­s­tief von 93.60 $. Vor zehn Ta­gen muss­te für den Kon­trakt noch über 100 $ be­zahlt wer­den. 2014 könn­te für die Opec zu ei­nem Jahr der Ent­schei­dung wer­den. Soll­ten Sank­tio­nen ge­gen­über dem Iran wei­ter ge­lo­ckert wer­den und sich die Kri­sen­her­de Li­by­en, Irak, Su­dan und Ni­ge­ria et­was sta­bi­li­sie­ren, könn­te ein Preis­kampf un­ter den Pro­du­zen­ten aus­bre­chen. Ge­mäss ei­ner Schät­zung von Reu­ters ha­ben die OPEC-Mit­glied­staa­ten be­reits den drit­ten Mo­nat in Fol­ge we­ni­ger als 30 Mio. Fass pro Tag ge­för­dert.

Die bes­se­ren Wet­ter­be­din­gun­gen in Süd­ame­ri­ka ha­ben bei So­ja ei­ne Preis­kor­rek­tur aus­ge­löst. Die So­ja­boh­nen­kon­trak­te an der Ter­min­bör­se Chi­ca­go (CBOT), die zu Weih­nach­ten noch zu 13.39 $/Bus­hel ge­han­delt wur­den, kos­te­ten An­fang Jahr nur noch 12.70 $. Der US-Mai­s­preis ver­harrt auf tie­fem Ni­veau, da Chi­na den Im­port we­gen der Ve­r­un­rei­ni­gun­gen durch ei­ne gen­mo­di­fi­zier­te Sor­te nicht ak­zep­tiert. Ab Wo­chen­mit­te könn­ten die In­dex­fonds zu­kau­fen, die zum Jah­res­be­ginn ih­re Roh­wa­ren­in­di­zes be­wer­ten und Mais un­ter­ge­wich­tet ha­ben. Das könn­te die Prei­se he­ben. Am kom­men­den Frei­tag ver­öf­fent­licht die US-Agrar­be­hör­de USDA den Mo­nats­be­richt. Er könn­te für das erste Quar­tal rich­tungs­wei­send sein.

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