Deutsch­land weist in der EU den Weg

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - CB

«Für die ord­nungs­ge­mäs­se Er­rich­tung, Er­wei­te­rung, Än­de­rung und Un­ter­hal­tung der An­la­ge hin­ter dem Haus­an­schluss (…) ist der An­schluss­neh­mer ver­ant­wort­lich», heisst es seit der Neu­fas­sung vom 13. Ja­nu­ar 2010 in der deut­schen Ver­ord­nung über All­ge­mei­ne Be­din­gun­gen für die Ver­sor­gung mit Was­ser (AVBWas­serV) un­ter Pa­ra­graph 12. Das Was­ser­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men ist le­dig­lich ver­pflich­tet, bis zum Haus­an­schluss Was­ser in der ge­for­der­ten Rein­heit zur Ver­fü­gung zu stel­len, vom Haus­an­schluss an ist der Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer für die Was­ser­qua­li­tät ver­ant­wort­lich.

Mit der No­vel­le von 2011 ist in Deutsch­land über­dies die Trink­was­ser­ver­ord­nung ( Trink­wV) schär­fer for­mu­liert wor­den, un­ter an­de­rem mit der Ein­füh­rung ei­nes so­ge­nann­ten tech­ni­schen Mass­nah­me­werts für Le­gio­nel­len. Bei Nicht­er­fül­lung der Grenz­wer­te ord­net das Ge­sund­heits­amt un­ver­züg­li­che Mass­nah­men zur Wie­der­her­stel­lung der Qua­li­tät an. Wer­den durch Nicht­be­ach­tung ei­ner sol­chen Auf­for­de­rung Krank­heits­er­re­ger im Sin­ne des In­fek­ti­ons­schutz­ge­set­zes ver­brei­tet, kann dies straf­recht­lich ver­folgt wer­den.

Mit die­ser Ver­schär­fung und mit der Über­tra­gung der Ver­ant­wor­tung für die Was­ser­qua­li­tät am Was­ser­hahn auf den Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer dringt das The­ma Trink­was­ser­qua­li­tät – und mit ihm die Rol­le des Was­ser­lei­tun­gen – tie­fer ins Be­wusst­sein der Öf­fent­lich­keit vor.

Die Be­wusst­seins­schär­fung spielt nicht nur An­bie­tern fort­schritt­li­cher Rohr­lei­tungs­sys­te­me mit in­no­va­ti­ver Des­in­fek­ti­ons­tech­no­lo­gie in die Hän­de. Lei­ten sich aus dem Mehr an Auf­merk­sam­keit ent­spre­chen­de Ta­ten ab, kom­men die Än­de­run­gen in der deut­schen Was­ser­ver­sor­gungs- und Trink­was­ser­ver­ord­nung auch der Volks­ge­sund­heit zu­gu­te.

Ge­org Fi­scher geht da­von aus, dass das Bei­spiel Deutsch­lands in an­de­ren Län­dern Schu­le ma­chen wird – weil die No­vel­lie­rung der Trink­was­ser­ver­ord­nung ei­ne kor­rek­te Um­set­zung der EU-Richt­li­nie über die Qua­li­tät von Was­ser für den mensch­li­chen Ge­brauch dar­stel­le, zu der sich al­le Mit­glied­staa­ten ver­pflich­tet ha­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.