Mit Schul­bil­dung ge­gen Kin­der­ar­beit

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM -

In der Se­kun­dar­schu­le in Ak­ou­pé, 120 km nörd­lich von Abid­jan, ist kurz vor Mit­tag ein Kom­men und Ge­hen. Gut 1150 Schü­le­rin­nen und Schü­ler be­su­chen dort im Zwei­schicht­be­trieb den Un­ter­richt – durch­schnitt­li­che Schü­ler­zahl pro Klas­se: 55! Die 2009 ein­ge­weih­te Schu­le platzt aus al­len Näh­ten und mit 25 Lehr­kräf­ten ist sie klar un­ter­do­tiert. Das Col­lè­ge Mo­der­ne ist ei­ne vom Staat be­trie­be­ne Schu­le, Bar­ry Cal­le­baut hat den Bau der drei Schul­ge­bäu­de fi­nan­ziert. Als jüngs­tes ist ei­ne Kan­ti­ne da­zu­ge­kom­men, wo sich die Schü­ler kos­ten­los ver­pfle­gen kön­nen. Schul­lei­te­rin Ma­rie-Chan­tal Leg­ler träumt von ei­nem Aus­bau, weiss aber um die be­schränk­ten Finanzen. Ak­ou­pé liegt in ei­nem der wich­tigs­ten Ka­kao­an­bau­ge­bie­te der El­fen­bein­küs­te. Mit dem En­ga­ge­ment in der Schu­le leis­tet Bar­ry Cal­le­baut ei­nen ge­schätz­ten Bei­trag im Kampf ge­gen miss­bräuch­li­che Kin­der­ar­beit. Gu­te Schu­len mo­ti­vie­ren die viel­köp­fi­gen Fa­mi­li­en, ih­re Kin­der wäh­rend der gan­zen ob­li­ga­to­ri­schen Schul­zeit von sie­ben Jah­ren am Un­ter­richt teil­neh­men zu las­sen. Sie bil­den auch die Vor­aus­set­zung, dass die Kin­der Er­folg ver­spre­chend ins Be­rufs­le­ben star­ten kön­nen.

Die Mit­hil­fe der Kin­der auf dem Feld hat Tra­di­ti­on und wird auch von Bar­ry Cal­le­baut ak­zep­tiert. Doch sind Stan­dards ein­zu­hal­ten, die von der in­ter­na­tio­na­len Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on ILO fest­ge­setzt wur­den. Von der ILO nicht er­laub­te Ar­bei­ten sind das Tra­gen schwe­rer Las­ten, der Ge­brauch von Ma­che­ten und das Ar­bei­ten mit Pes­ti­zi­den. Die Ab­gren­zung zu Zwangs­ar­beit und Aus­beu­tung ist nicht im­mer ein­fach. Bar­ry Cal­le­baut ver­ur­teilt sie u. a. im Nach­hal­tig­keits­be­richt aufs Schärfs­te, und so be­to­nen es die Ver­ant­wort­li­chen.

Ni­cho­las Ca­mu, Lei­ter der Platt­form Co­coa Ho­ri­zons, ver­hehlt die Exis­tenz von Kin­der­ar­beit nicht, sieht das The­ma aber nach acht Jah­ren Afri­ka-Er­fah­rung «auch auf­ge­bauscht». Die Ur­sa­chen or­tet er in der «noch aus­ge­präg­te­ren Ar­mut in den Nach­bar­staa­ten Bur­ki­na Fa­so und Ma­li». Dort wer­de «ein be­acht­li­cher Teil der Kin­der zum Ar­bei­ten ge­zwun­gen». Von ih­nen wird ein Bei­trag zum Un­ter­halt der Fa­mi­lie er­war­tet, und da­zu wer­den sie auch un­ter un­zu­läs­si­gen Be­din­gun­gen über die Gren­ze ge­schickt. Meist wer­den sie von un­ab­hän­gi­gen Far-

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