Krea­tiv und mo­ti­viert

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - GA

Drei­mal Häupt­ling in der El­fen­bein­küs­te, zwei­mal Kö­nig in Gha­na: Wo Ni­cho­las Ca­mu in den bei­den Län­dern hin­kommt, die Chan­cen ste­hen gut, dass ihn die je­wei­li­ge Dorf­be­völ­ke­rung mit gros­sen Eh­ren emp­fängt. In den Ka­kao­an­bau­ge­bie­ten ist der 33-jäh­ri­ge Bel­gi­er we­gen sei­nes En­ga­ge­ments für die Far­mer ge­ach­tet.

Mit dem Afri­ka­vi­rus hat sich der Agrar­in­ge­nieur be­reits im El­tern­haus in­fi­ziert. Sein Va­ter brach­te von den Ge­schäfts­rei­sen stets Ge­schich­ten und An­den­ken nach Hau­se. So reif­te der Wunsch, selbst ein­mal in Afri­ka tä­tig zu sein.

Seit acht Jah­ren ist Ca­mu in West­afri­ka zu Hau­se. Den Auf­takt mach­te die For­schungs­ar­beit in Gha­na als Dok­to­rand der Frei­en Uni­ver­si­tät Brüssel. Wäh­rend des Land­wirt­schafts­stu­di­ums hat­te er sich auf Mi­kro­or­ga­nis­men spe­zia­li­siert. Da­zu ge­bracht hat­te ihn sein Pro­fes­sor, ein Zell­bio­lo­ge, der für Bier­braue­rei­en und Kä­se­rei­en Start­kul­tu­ren für Gä­rungs­pro­zes­se ent­wi­ckel­te. Ca­mu woll­te nach dem Di­plom die For­schung ei­gent­lich ver­las­sen, doch woll­te es der Zu­fall, dass Bar­ry Cal­le­baut für ein Pro­jekt in Gha­na ei­nen Agrar­in­ge­nieur such­te. Ca­mu war rasch über­zeugt.

Wäh­rend der Zeit in Gha­na wur­de Ca­mu end­gül­tig vom Afri­ka- und vom Ka­kao-Fie­ber ge­packt. «Mei­ne Mo­ti­va­ti­on da­zu ist gleich dop­pelt», sagt er. «Mir lie­gen die Ver­bes­se­rung der Scho­ko­la­de und der Le­bens­grund­la­ge der Ka­kao­bau­ern glei­cher­mas­sen am Her­zen», be­grün­det er sei­nen Ein­satz. Sei­ner Ar­beit ist die kon­trol­lier­te Fer­men­ta­ti­on für Ka­kao­boh­nen zu ver­dan­ken, die nun den Far­mern in den Feld­schu­len nä­her­ge­bracht wird. Auch das be­schleu­nig­te Kom­pos­tier­ver­fah­ren ist sei­ne Idee. Mit dem En­ga­ge­ment hat sich «le pe­tit blanc», so Ca­mus ers­ter Spitz­na­me in Afri­ka, An­er­ken­nung ver­schafft.

Der Drang nach im­mer wei­te­ren Ver­bes­se­run­gen treibt Ca­mu auch in der Lei­tung der Platt­form Co­coa Ho­ri­zons um, die ihm Bar­ry Cal­le­baut 2010 an­ver­traut hat. Die Ko­or­di­na­ti­on des welt­wei­ten Pro­gramms hält ihn oft am Kon­zern­sitz in Zü­rich fest. Ei­nen gros­sen Teil der Ar­beits­zeit ver­bringt Ca­mu aber wei­ter­hin im west­afri­ka­ni­schen Busch. In en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit den Ko­ope­ra­ti­ven reif­te schon man­ches Pro­jekt her­an. Das jüngs­te gilt dem mo­bi­len Zah­lungs­ver­kehr zwi­schen Bau­ern, Ko­ope­ra­ti­ven und Lie­fe­ran­ten, das er mit Pro­jekt­part­ner Oran­ge an­ge­packt hat. Ge­lingt das Un­ter­fan­gen, steht neu­en Eh­ren­ti­teln für Ca­mu nichts im Weg.

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