«Fast al­les pass­te zu­sam­men»

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - AS

Kein Ge­schäft hat sich wäh­rend der Fi­nanz­kri­se für die Gross­ban­ken in der Schweiz und in Deutsch­land als so sta­bil und er­trag­reich er­wie­sen wie das Cor­po­ra­te Ban­king. Grund­la­ge ist die aus­ge­zeich­ne­te Ver­fas­sung der In­dus­trie in bei­den Län­dern, be­son­ders der Er­folg im Ex­port.

Die Cre­dit Suis­se weist ei­ni­ge Kenn­zif­fern des Kre­dit­ge­schäfts mit Un­ter­neh­men und In­sti­tu­tio­nel­len (z. B. Pen­si­ons­kas­sen) aus, im Un­ter­schied zur UBS. Per En­de Sep­tem­ber er­wirt­schaf­te­te der Be­reich Cor­po­ra­te & In­sti­tu­tio­nal Cli­ents ei­ne Vor­steu­er­mar­ge von 47%, mehr als dop­pelt so viel wie der Kon­zern im Durch­schnitt. Mit et­was mehr als 3% al­ler Be­schäf­tig­ten wur­den 18% des ge­sam­ten Vor­steu­er­ge­winns her­ein­ge­holt.

Das Kos­ten-Er­trags-Ver­hält­nis be­trug 51% (Kon­zern­durch­schnitt 77%) und ist seit­her laut Be­reichs­lei­ter Ba­rend Frui­t­hof un­ter 50% ge­fal­len. Das sei auch in­ter­na­tio­nal ein sehr gu­ter Wert, sagt er – «aber 2013 hat ziem­lich al­les zu­sam­men­ge­passt». Cor­po­ra­te & In­sti­tu­tio­nal Cli­ents ha­be die Zie­le weit­ge­hend er­reicht und in al­len Ge­schäfts­fel­dern Wachs­tum ver­zeich­net. Nicht ganz wie ge­wünscht läuft das Kre­dit­wachs­tum im Be­reich der ka­pi­tal­markt­fä­hi­gen Gross­un­ter­neh­men (vgl. Haupt­text). Die hö­he­re Ren­di­te ist Frui­t­hof zu­fol­ge zu ei­nem ge­rin­gen Teil den Kos­ten- und Ef­fi­zi­enz­mass­nah­men der Bank zu­zu­schrei­ben. «Wir sind vor al­lem in den Spe­zi­al­ge­schäf­ten mit hö­he­rer Mar­ge ge­wach­sen und ha­ben Markt­an­tei­le ge­won­nen», be­kräf­tigt er. Zu den Spe­zi­al­fi­nan­zie­run­gen zäh­len et­wa der Roh­stoff­han­del so­wie Pri­vat- und Ge­schäfts­flug­zeu­ge. Auch kom­ple­xe Fi­nan­zie­rungs­lö­sun­gen, un­ter an­de­rem für Fu­sio­nen und Über­nah­men, wa­ren ge­fragt.

Po­si­tiv ins Ge­wicht fällt aus­ser­dem, dass die Rück­stel­lun­gen für not­lei­den­de Kre­di­te auf his­to­ri­schen nied­ri­gem Ni­veau ver­har­ren, wie Frui­t­hof be­stä­tigt. Die Leh­ren aus der Im­mo­bi­li­en­kri­se der Neun­zi­ger­jah­re sei­en ge­zo­gen wor­den. So be­ginnt bei­spiels­wei­se der Dia­log mit den Un­ter­neh­men über ei­nen Kre­dit, weit be­vor ein sol­cher über­haupt not­lei­dend wird.

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