Fisch­ster­ben

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Je­den Ja­nu­ar treibt es gut ei­ne Mil­li­on Süd­ko­rea­ner in den Land­kreis Hwa­che­on, ans Eis­fes­ti­val San­che­o­neo (d. h. Berg­fo­rel­le). Wäh­rend ein paar Wo­chen ste­hen, sit­zen, ja lie­gen die Leu­te auf ei­nem zu­ge­fro­re­nen Fluss vor prä­pa­rier­ten klei­nen Lö­chern und wett­ei­fern im Fang fri­scher Fi­sche.

Meist mit an Ort er­stan­de­ner Mi­ni-An­gel­ru­te; Frost­re­sis­ten­te sprin­gen gar in Be­cken und ver­su­chen sich im Hand­fi­schen. Am Ufer reiht sich Grill an Grill. Wem das Se­zie­ren und Fi­le­tie­ren auf den Ap­pe­tit schlägt, der reicht sei­ne Fo­rel­le kun­di­gen Kön­nern. Und wer nichts an den Ha­ken ge­kriegt hat, ver­pflegt sich in ei­ner der gast­li­chen Stät­ten son­der Zahl. Ganz we­ni­ge Ki­lo­me­ter nörd­lich vom Ge­län­de die­ser win­ter­li­chen Ei­weiss-Or­gie da­ge­gen wird aus­gie­big ge­hun­gert. Jen­seits der De­mar­ka­ti­ons­li­nie, im Pri­vat­reich der Kim-Sip­pe, wird näm­lich nur die­se selbst satt, plus ih­re En­tou­ra­ge (de­ren Gna­den­stand neu­er­dings je­doch et­was fra­gil wirkt). Nord­ko­rea­ner sol­len, so­weit sich das er­he­ben lässt, im Durch­schnitt sechs bis zwölf Ki­lo­gramm leich­ter sein als ih­re ge­ne­tisch glei­chen Lands­leu­te im Sü­den, zu­dem drei bis acht Zen­ti­me­ter klei­ner. Da­für nei­gen sie ent­schie­den we­ni­ger zu Dia­be­tes oder Blut­hoch­druck.

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