Zwei par­al­le­le Le­ver­a­ge Ra­ti­os für die Schweiz

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - RK

Ver­bind­li­che Vor­schrif­ten für die Le­ver­a­ge Ra­tio hat die Schweiz be­reits im Rah­men der Re­ge­lung rund um die Too­big-to-fail-Pro­ble­ma­tik er­las­sen. Ent­spre­chend gel­ten sie hier­zu­lan­de bis­lang ein­zig für die bei­den Gross­ban­ken Cre­dit Suis­se und UBS. Für al­le an­de­ren In­sti­tu­te be­steht kei­ne Ver­schul­dungs­ober­gren­ze. Dies wird sich mit den neus­ten Vor­ga­ben des Bas­ler Re­gel­werks än­dern. Denn sie gel­ten für al­le Ban­ken und set­zen dies­be­züg­lich Min­dest­an­for­de­run­gen fest, un­ab­hän­gig von der In­sti­tuts­grös­se. «Es ist ge­plant, die Vor­ga­ben des Bas­ler Aus­schus­ses in der Schweiz um­zu­set­zen», er­klärt ein Spre­cher der Fin­ma ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft». Die An­hö­rung für die Um­set­zung wer­de be­reits die­ses Jahr statt­fin­den, da­mit der Fahr­plan für ei­ne Of­fen­le­gung der Le­ver­a­ge Ra­tio 2015 ein­ge­hal­ten wer­den kön­ne.

Die Art al­ler­dings, wie der Bas­ler Aus­schuss die Ver­schul­dungs­quo­te be­rech­nen will, un­ter­schei­det sich von der Schwei­zer Gross­ban­ken­re­ge­lung – mit wel­chen Kon­se­quen­zen, bleibt vor­erst un­klar. Für Aus­sa­gen sei es noch zu früh, die Si­tua­ti­on müs­se zu­erst ana­ly­siert wer­den, heisst es beim Re­gu­la­tor und den bei­den Gross­ban­ken uni­so­no. Wahr­schein­lich sei, dass Cre­dit Suis­se und UBS in ei­ner Über­gangs­pha­se zwei Ar­ten der Le­ver­a­ge Ra­tio be­rech­nen müss­ten – ein­mal ent­spre­chend der neu­en Bas­ler Vor­ga­ben, ein­mal ge­mäss na­tio­na­lem Recht. Die Schwei­zer Ei­gen­mit- tel­ver­ord­nung schreibt vor, dass die aus­ge­wie­se­ne Ver­schul­dungs­quo­te 24% der ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ka­pi­tal­quo­te nicht un­ter­schrei­ten darf. Dies er­gibt ei­ne ver­hält­nis­mäs­sig we­ni­ger strik­te Be­schrän­kung der Bi­lanz­o­ber­gren­ze, als sie das Bas­ler Re­gel­werk setzt. Der Schwei­zer Re­gu­la­tor er­laubt da­mit zwar im Schnitt ei­ne tie­fe­re Ri­si­ko­ge­wich­tung. Er stellt im Ge­gen­zug aber ei­nen ab­so­lut hö­he­ren An­spruch an die Min­dest­ka­pi­tal­aus­stat­tung. Nach Ba­sel 3 müs­sen Gross­ban­ken ei­ne ri­si­ko­ge­wich­te­te Ka­pi­tal­quo­te von rund 10% und ei­ne Le­ver­a­ge Ra­tio von 3% ein­hal­ten. Die Schweiz ver­langt Ka­pi­tal­quo­ten von bis zu 19% und ei­ne He­be­lober­gren­ze auf das Ge­sam­t­en­ga­ge­ment von ma­xi­mal 4,56%.

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