Wech­sel­bad der Ge­füh­le

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - ALES­SAN­DRO FEZZI,

DTrotz­dem: Der Rück­zug des Fed hat be­gon­nen. Ins­ge­samt dürf­te die Stim­mung aber vor­erst freund­lich blei­ben, ge­tra­gen von der ge­stie­ge­nen Ri­si­ko­be­reit­schaft der An­le­ger, aber auch durch gu­te Zah­len aus der Eu­ro­zo­ne. In Spa­ni­en stieg die In­dus­trie­pro­duk­ti­on so stark wie seit sie­ben Jah­ren nicht mehr, und in Ita­li­en er­höh­te sich der Aus­stoss erst­mals seit zwei Jah­ren. Stüt­zend wirkt auch

Eu­ro­päi­sche Bank­ak­ti­en ge­sucht – US-Vor­ga­ben be­las­ten

ie zu Wo­chen­be­ginn in Eu­ro­pa noch zu be­ob­ach­ten­de Ri­si­ko­be­reit­schaft der An­le­ger ver­flüch­tig­te sich ges­tern Mor­gen auf­grund schwa­cher Vor­ga­ben aus den USA und Asi­en wie­der. Trotz­dem ist be­acht­lich, wie kräf­tig die Zin­sen für ita­lie­ni­sche Staats­an­lei­hen am Mon­tag an­läss­lich ei­ner Auktion drei­jäh­ri­ger Pa­pie­re zu­rück­gin­gen. Da­bei konn­te sich die dritt­gröss­te Volks­wirt­schaft der Eu­ro­zo­ne zu re­kord­tie­fen 1,51% Ka­pi­tal be­sor­gen. Ins­ge­samt nahm der ita­lie­ni­sche Staat mit zwei wei­te­ren An­lei­hen mit Lauf­zei­ten bis 2021 und 2028 mehr als acht Mil­li­ar­den Eu­ro auf.

Auch in an­de­ren Pe­ri­phe­rie­län­dern der Eu­ro­zo­ne ga­ben die Zin­sen für Staats­an­lei­hen seit Jah­res­be­ginn deut­lich nach. An den Ak­ti­en­bör­sen wur­den zum Wo­chen­be­ginn eben­falls mo­de­ra­te Kurs­ge­win­ne ver­zeich­net, die sich aber am Di­ens­tag­mor­gen wie­der ver­flüch­tig­ten.

An­ge­sichts des in der Vor­wo­che über­ra­schend schwach aus­ge­fal­le­nen US-Ar­beits­markt­be­richts, der aber teil­wei­se auf die fros­ti­gen Win­ter­tem­pe­ra­tu­ren in Nord­ame­ri­ka zu­rück­zu­füh­ren war, ist die Mög­lich­keit ei­ner noch schnel­le­ren Dros­se­lung der quan­ti­ta­ti­ven Mass­nah­men durch die US-No­ten­bank (Fed) ver­flo­gen. Es kann da­mit ge­rech­net wer­den, dass das Fed den Fuss nur sehr be­hut­sam vom Gas­pe­dal nimmt.

Pro­duk­ti­on zieht an

die Be­reit­schaft der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank, für ein an­hal­tend ex­pan­si­ves geld­po­li­ti­sches Um­feld zu sor­gen. Der Eu­ro Sto­xx 50 no­tier­te am Di­ens­tag mit 3119,5 Punk­ten leicht über dem Schluss­ni­veau von letz­ter Wo­che. In den nächs­ten Ta­gen wer­den be­son­ders die Quar­tals­be­rich­te der wich­tigs­ten Un­ter­neh­men aus den USA im Vor­der­grund ste­hen.

Ge­fragt wa­ren An­fang Wo­che be­son­ders eu­ro­päi­sche Bank­ak­ti­en. Güns­tig wirk­te sich hier die Auf­wei­chung ei­nes Teils der Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen durch den Bas­ler Aus­schuss für Ban­ken­auf­sicht aus. Die ab 2018 ge­plan­te Ver­schul­dungs­quo­te (Le­ver­a­ge Ra­tio) soll nicht so streng aus­fal­len wie bis­her ge­plant. Mit der Le­ver­a­ge Ra­tio, die zu­sätz­lich zu den ri­si­ko- ge­wich­te­ten Ei­gen­ka­pi­tal­quo­ten (Ba­sel-III) gilt, will die Ban­ken­auf­sicht ver­hin­dern, dass Ban­ken zu gross wer­den und das Sys­tem­ri­si­ko er­hö­hen. Es wur­de ei­ne welt­weit ein­heit­li­che De­fi­ni­ti­on für die ma­xi­ma­le Ver­schul­dungs­quo­te be­schlos­sen, wo­mit auch ver­hin­dert wer­den soll, dass eu­ro­päi­sche Ban­ken ei­nen Nach­teil ge­gen­über der US-Kon­kur­renz er­lei­den.

Zu­dem soll die Lo­cke­rung er­rei­chen, dass die Ban­ken ih­re Zu­rück­hal­tung bei der Kre­dit­ver­ga­be ab­le­gen, die die Er­ho­lung be­son­ders im Eu­ro­raum ver­lang­samt. Im Eu­ro Sto­xx 50 stan­den am Mon­tag die Deut­sche-Bank- Ak­ti­en mit ei­nem Plus von fast 5% an der Spit­ze. Zu­nächst konn­ten auch die Au­to­wer­te zu­le­gen. Dies dank der Re­kord­ab­sät­ze deut­scher Mar­ken, der lau­fen­den Au­to­show in De­troit so­wie ei­ner po­si­ti­ven Bran­chen­stu­die ei­nes US-Bro­kers zu den fran­zö­si­schen Her­stel­lern.

Hält das Fed Kurs?

Der letz­te US-Ar­beits­markt­be­richt wird si­cher­lich in die Dis­kus­sio­nen des Fed ein­flies­sen, das sich je­doch von ei­nem durch Wet­ter­ka­prio­len be­ein­träch­tig­ten Be­richt wohl nicht von sei­nem jüngst ein­ge­schla­ge­nen geld­po­li­ti­schen Kurs ab­brin­gen lässt. Grund­la­ge der Ent­schei­dung, die am 29. Ja­nu­ar fal­len wird, ist das Bei­ge Book, das die Kon­junk­tur­be­ob­ach­tun­gen der zwölf No­ten­ban­ken im Fe­deral Re­ser­ve Sys­tem wie­der­gibt.

Die Da­ten zu den US-De­tail­han­dels­um­sät­zen für De­zem­ber und No­vem­ber ver­moch­ten nicht rich­tig zu über­zeu­gen. Auf­schluss über die Ver­fas­sung der US-In­dus­trie er­war­ten wir uns von den bei­den Um­fra­gen der No­ten­ban­ken in New York (Em­pi­re Sta­te In­dex, heu­te Mitt­woch) und Phil­adel­phia (Phil­ly Fed In­dex, Don­ners­tag).

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