Die Wo­che der Bank­ab­schlüs­se

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

J. P. Mor­gan mel­det tie­fe­ren, Wells Far­go hö­he­ren Ge­winn – De­tail­han­dels­um­satz stimmt op­ti­mis­tisch

leis­tung. Ei­ne freund­li­che­re Kon­s­um­stim­mung ist Vor­aus­set­zung da­für, dass auch die Un­ter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen stei­gen und da­mit die Kon­junk­tur ins­ge­samt an Fahrt ge­winnt.

Der S&P 500 In­dex, am Vor­tag noch 1,3% ge­sun­ken, zeig­te sich am Di­ens­tag­mor­gen 0,4% fes­ter und no­tier­te kurz nach Er­öff­nung auf 1827. Et­was we­ni­ger stark war am Mon­tag der DJ In­dus­tri­al ge­fal­len (–1,1%), so­dass des­sen Re­ak­ti­on am Di­ens­tag­mor­gen mit +0,1% auf 16 279 ge­rin­ger aus­fiel.

Wie lau­nisch – man kann auch sa­gen un­zu­ver­läs­sig – die Bör­se kurz­fris­tig ist, zeigt sich an der un­ter­schied­li­chen Re­ak­ti­on auf Wirt­schafts­da­ten. Un­ter dem Dik­tat der üp­pi­gen Geld­ver­sor­gung folg­ten bis vor kur­zem auf ent­täu­schen­de Zah­len in der Re­gel stei­gen­de Kur­se, weil sich An­le­ger vor ei­nem Nach­las­sen der Geld­flut fürch­te­ten. Seit das Fed mit dem (sach­ten) Zu­rück­fah­ren der üp­pi­gen Geld­zu­fuhr Ernst macht, scheint die­ser Ef­fekt ver­schwun­den zu sein. Die Kir­che steht wie­der im Dorf. Zei­gen die Kon­junk­tur­zah­len Wachs­tum an, ten­die­ren die Ak­ti­en­kur­se nach oben, so wie es sich für ein Be­tei­li­gungs­pa­pier, das an der Wert­schöp­fung par­ti­zi­piert, ge­hört.

Gold­man Sachs rech­net für 2014 mit ei­nem glo­ba­len Wachs­tum von 3,7%, nach ge­schätz­ten 2,9% für 2013. In den USA wer­de es an­ders als im ver­gan­ge­nen Jahr kei­nen Ge­gen­wind durch die Spar­po­li­tik ge­ben. Brem­send wir­ke noch im­mer die re­strik­ti­ve Hy­po­the­ken­ver­ga­be, doch ins­ge­samt sei­en die Per­spek­ti­ven er­mu­ti­gend, zu­mal auch die In­fla­ti­ons­ge­fahr klein blei­be. Grund ist die Über­ka­pa­zi­tät am Ar­beits­markt. Das Fed wer­de noch lan­ge an der Null­zins­po­li­tik fest­hal­ten.

Auf Un­ter­neh­mens­sei­te stan­den die Quar­tals­be­rich­te der Gross­ban­ken J. P. Mor­gan Cha­se (Kurs nach Er­öff­nung 57.83 $, +0.15 $, seit Frei­tag –1,1%) und Wells Far­go (45.94 $, seit Frei­tag –1,3%) im Fo­kus. J. P. Mor­gan ver- dien­te im Schluss­quar­tal 7,3% we­ni­ger als im Vor­jahr, be­dingt durch ei­ne Mil­li­ar­den­stra­fe als De­pot­bank des Fi­nanz­be­trü­gers Ber­nie Madoff. Der Rück­gang war je­doch we­ni­ger hoch als be­fürch­tet.

Wells Far­go, stark im Hy­po­the­kar­ge­schäft en­ga­giert, mel­de­te ei­ne Ge­winn­stei­ge­rung um 11% fürs ver­gan­ge­ne Quar­tal. Aus­schlag­ge­bend war ei­ne ge­schäfts­be­dingt schwä­che­re Do­tie­rung der Rück­stel­lun­gen für Kre­dit­ver­lus­te. Die Wo­che steht im Zei­chen der Fi­nanz­häu­ser. Am Mitt­woch wird Bank of Ame­ri­ca Zah­len vor­le­gen, am Don­ners­tag ist die Rei­he un­ter an­de­rem an Ci­ti­group, Gold­man Sachs und Black­Rock; am Frei­tag fol­gen Mor­gan St­an­ley und BNY Mel­lon.

Goog­le (1141 $, +1%) steigt gross ins Ge­schäft mit ver­netz­ter Haus­halts­tech­nik ein und über­nimmt für 3,2 Mrd. $ Nest, ei­nen An­bie­ter di­gi­ta­ler Ther­mo­sta­te und Rauch­mel­der. Nest soll wei­ter von To­ny Fa­dell ge­führt wer­den, ei­nem der Vä­ter des iPod von App­le. Der VR von Ti­me War­ner Ca­ble (136.40 $, +2,3%) hat ein Über­nah­me­an­ge­bot des Me­di­en­kon­zerns Char­ter Com­mu­ni­ca­ti­ons zu­rück­ge­wie­sen. Die Of­fer­te in Cash und Ak­ti­en be­wer­tet den Ka­bel­netz­be­trei­ber mit über 61 Mrd. $.

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