Mit vie­len Emis­sio­nen ins neue Jahr

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CA­THÉ­RI­NE REICH­LIN,

Das Jahr be­gann auf den Ob­li­ga­tio­nen­märk­ten welt­weit mit 250 Emis­sio­nen – ein In­diz, dass die ho­he Nach­fra­ge trotz ge­rin­ge­rer Ren­di­te­chan­cen un­ge­bro­chen ist. In den PIIGS-Staa­ten war die Ak­ti­vi­tät be­son­ders hoch. Spa­ni­ens Staat gab An­lei­hen mit ei­ner Fäl­lig­keit in den Jah­ren 2019 und 2028 aus. Par­al­lel da­zu sank die zehn­jäh­ri­ge Ren­di­te un­ter 3,8% – das tiefs­te Ni­veau seit De­zem­ber 2008.

Por­tu­gal konn­te ei­ne Emis­si­on über 3,25 Mrd. € mit ei­ner Lauf­zeit bis En­de 2019 und ei­nem Zins von 4,65% wie­der­er­öff­nen – bei ei­ner Nach­fra­ge von 11 Mrd. €. Al­lein da­mit deckt das Land die Hälf­te sei­nes Fi­nan­zie­rungs­be­darfs für 2014. Irland plat­zier­te ei­ne zehn­jäh­ri­ge An­lei­he im Um­fang von 3,75 Mrd. € zu 3,4%. Auch bei Un­ter­neh­mens­an­lei­hen aus der Eu­ro­pe­ri­phe­rie folg­te ei­ne Emis­si­on der an­de­ren: Ban­kia, Ban­co Po­po­la­re, Bank of Ire­land, EDP, Enel, Uni­Credit, Santan­der und BBVA.

In an­de­ren Re­gio­nen pro­fi­tier­ten Un­ter­neh­mens­schuld­ner eben­falls von der gu­ten Stim­mung und der reich­lich vor­han­de­nen Li­qui­di­tät, um sich zu nied­ri­gen Ka­pi­tal­kos­ten zu fi­nan­zie­ren: BMW, Daim­ler, To­tal, To­yo­ta, GE, VW. Fe­dEx leg­te mit Blick auf die tie­fen Zin­sen gleich drei An­lei­hen mit Lauf­zei­ten von 2024, bis 2044 auf, um mit dem Er­lös ei­ge­ne Ak­ti­en zu­rück­zu­kau­fen. In den Schwel­len­län­dern traf Pe­tro­bras den Nerv der An­le­ger: Ihr An­lei­hen­an­ge­bot von 3 Mrd. € und 600 Mio. £ stiess auf ei­ne Nach­fra­ge von 11,5 Mrd. €.

Die Ri­si­ko­prä­mi­en fal­len. An­le­ger ge­hen wie­der hö­he­re Ri­si­ken bei Du­ra­ti­on und/oder Struk­tur­merk­ma­len von An­lei­hen ein. So hat das ita­lie­ni­sche Un­ter­neh­men Enel pro­blem­los ei­ne Hy­brid­an­lei­he mit ei­ner Lauf­zeit bis 2075 emit­tiert. Ei­ni­ge Markt­seg­men­te wie Schwel­len­län­der­fonds kämp­fen da­ge­gen mit Mit­tel­ab­fluss. Ab so­fort stüt­zen tech­ni­sche Ri­si­ko­fak­to­ren wie ein ne­ga­ti­ves Net­to­emis­si­ons­vo­lu­men (Brut­to­emis­sio­nen ab­züg­lich Ein­bruchs­ri­si­ken) die An­la­ge­klas­se. Künf­tig wer­den sich die An­le­ger dar­auf kon­zen­trie­ren, kein Geld mit An­lei­hen zu ver­lie­ren. Die Zei­ten des bil­li­gen Gel­des sind vor­bei: Qua­li­tät und Kon­ti­nui­tät wer­den beim An­le­gen mit Ob­li­ga­tio­nen ent­schei­dend. Von die­ser Trend­wen­de ist beim enor­men Ap­pe­tit der In­ves­to­ren al­ler­dings noch we­nig zu spü­ren.

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