Das Blatt wen­det sich

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - WAL­TER SCHNEI­DER

UE­del­me­tal­le und Kaf­fee im Plus – Ener­gie­märk­te un­ter Druck

nein­heit­lich ent­wi­ckel­ten sich in den ver­gan­ge­nen Ta­gen die Roh­stoff­märk­te. Wäh­rend et­wa Edel­me­tal­le und Kaf­fee ei­nen ful­mi­nan­ten Start ins neue Jahr hin­leg­ten, ent­täusch­ten die Ener­gie­märk­te.

Wäh­rend die Edel­me­tal­le noch am letz­ten Han­dels­tag 2013 un­ter gros­sem Ver­kaufs­druck stan­den – Gold­fu­tures hat­ten für den Lie­fer­ter­min Fe­bru­ar mit 1181.40 $ je Fein­un­ze ein Lang­zeit­tief er­reicht –, setz­te zu Be­ginn des neu­en Jah­res im gan­zen Edel­me­tall­sek­tor Kauf­in­ter­es­se ein. Gold liegt seit Jah­res­be­ginn um knapp 4%, Sil­ber knapp 5% und Pla­tin gar um 5,1% im Plus. Laut jüngs­tem «Com­mit­ment of Tra­ders»-Re­port der CFTC ha­ben sich gros­se spe­ku­la­ti­ve Funds wie­der auf der Long­sei­te en­ga­giert. Schwä­che­re US-Kon­junk­tur­da­ten las­sen der­zeit kei­ne schnel­le Ab­nah­me der An­lei­hen­käu­fe ( Ta­pe­ring) durch das Fed er­war­ten, was am De­vi­sen­markt den Dol­lar schwäch­te. Die Edel­me­tal­le be­fin­den sich na­he ers­ten Wi­der­standspunk­ten – da­her ist das wei­te­re Kur­s­po­ten­zi­al zum jet­zi­gen Zeit­punkt eher un­si­cher.

Als gros­ser Ver­lie­rer des Vor­jah­res führt der in New York ge­han­del­te Ara­bi­ca-Kaf­fee die Ge­win­ner­lis­te an. Mit ei­ner Kurs­stei­ge­rung von mehr als 8% seit Jah­res- be­ginn ha­ben Kaf­fee­fu­tures das Ni­veau von Mit­te Ok­to­ber er­reicht. Zwar wird da­von aus­ge­gan­gen, dass die er­war­te­te gros­se Ern­te in Bra­si­li­en be­reits ein­ge­preist ist. Doch scheint Kaf­fee nach dem jüngs­ten Auf­schwung eher über­kauft und zu­min­dest ei­ne Kon­so­li­die­rung wahr­schein­lich.

An den Ener­gie­märk­ten ist die Stim­mung al­les an­de­re als eu­pho­risch. Die Ab­nah­me der US-Roh­öl­la­ger­be­stän­de dürf­te sich ver­lang­sa­men, die Öl­ex­por­te aus Li­by­en le­gen zu und der im No­vem­ber aus­ge­han­del­te Kom­pro­miss im Atom­streit mit dem Iran tritt nächs­te Wo­che in Kraft. Zwar dau­ern die Ver­hand­lun­gen um ei­ne lang­fris­ti­ge Lö­sung an – erste Lo­cke­run­gen der Sank­tio­nen brin­gen aber ei­ne ge­wis­se Ent­span­nung. Ein er­folg­rei­cher Ab­schluss wird zu­sätz­li­ches Öl – man spricht von et­wa ei­ner Mil­li­on Fass pro Tag – auf den be­reits gut ver­sorg­ten Markt brin­gen. Das ver­heisst we­nig Gu­tes für den Öl­preis. Vor­erst ist der Öl­markt aber nach dem jüngs­ten Kurs­ein­bruch ( WTI-Roh­öl no­tiert seit Jah­res­be­ginn mehr als 7% im Mi­nus) über­ver­kauft, so­dass kurz­fris­tig Ge­gen­be­we­gun­gen mög­lich sind. Dies dürf­te aber für Ver­käu­fe ge­nutzt wer­den.

An den Ge­trei­de­märk­ten war der am ver­gan­ge­nen Frei­tag pu­bli- zier­te Be­richt des US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums USDA mit gros­ser Span­nung er­war­tet wor­den. Wäh­rend die Ern­te- und Be­stand­sta­tis­tik bei So­ja als neu­tral ge­deu­tet wur­de, sorg­ten die Zah­len bei Mais und Wei­zen für er­heb­li­che Preis­aus­schlä­ge. Wei­zen ge­riet un­ter gros­sen Ver­kaufs­druck und ver­zeich­ne­te zwi­schen­zeit­lich den tiefs­ten Wert seit Mit­te 2010, nach­dem die welt­wei­ten Wei­zen­be­stän­de deut­lich über den Ana­lys­ten­schät­zun­gen la­gen. Dass gleich­zei­tig die An­bau­flä­che von US-Win­ter­wei­zen klar un­ter den Er­war­tun­gen lag, fand vor­erst kaum Be­ach­tung. Im Ge­gen­satz zu Wei­zen über­rasch­ten die deut­lich tie­fe­ren Mai­ser­trä­ge und -la­ger kurs­po­si­tiv. An der Chi­ca­go Bo­ard of Tra­de CBOT voll­zog sich bei Mais ei­ne mar­kan­te Kur­s­um­kehr. Auch Mais hat­te im frü­hen Frei­tags­han­del mit 4.06 $ pro Bus­hel (25,401 kg) zu­erst ein Mehr­jah­res­tief er­reicht. Nach Ver­öf­fent­li­chung des USDA-Be­richts setz­ten aber gros­se Rück­käu­fe ein und Mais­fu­tures schlos­sen auf dem Ta­ges­hoch um 4.33 $. Ne­ben tie­fe­ren Hekt­ar­er­trä­gen ist ei­ne klar hö­he­re Fut­ter­mit­tel­nach­fra­ge für die re­du­zier­ten La­ger ver­ant­wort­lich.

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