Di­ver­gie­ren­de Per­for­mance in Pri­va­te Equi­ty

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ/KONSUM - TH

Un­ter den Pri­vat­markt­an­la­gen sind Ak­ti­en­in­vest­ments in Über­nah­me­trans­ak­tio­nen (Buy­out) und in Un­ter­neh­mens­grün­dun­gen ( Ven­ture) die tra­di­tio­nel­le An­la­ge­va­ri­an­te. Meh­re­re ko­tier­te An­la­ge­ge­sell­schaf­ten sind als Dach­fonds sol­cher we­nig li­qui­der In­vest­ments kon­zi­piert. Ih­re Port­fo­li­os ha­ben die letzt­jäh­ri­ge Hausse der Ak­ti­en­märk­te zu­meist nur teil­wei­se mit­ge­macht.

Die Jah­res­per­for­mance hat al­ler­dings im Pri­vat­markt­ge­schäft nur be­ding­te Aus­sa­ge­kraft, da sich das an den Bör­sen ab­les­ba­re Be­wer­tungs­ni­veau ver­zö­gert in die Wert­schät­zung nicht ko­tier­ter Un­ter­neh­men und die Be­tei­li­gungs­fonds ein­ar­bei­tet. Dem Se­lek­ti­ons­vor­teil, den die Pri­vat­markt­ak­teu­re für sich be­an­spru­chen, steht ei­ne Ge­büh­ren­last von über al­le In­vest­ment­stu­fen hin­weg ge­rech­net jähr­lich 3 bis 4% der An­la­ge­sum­me ge­gen­über. Den An­le­gern blei­ben net­to be­grenz­te Chan­cen.

Part­ners Group Glo­bal Op­por­tu­nities, die vom gleich­na­mi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter lan­cier­te und ge­führ­te An­la­ge­ge­sell­schaft mit 230 Mio. € In­vest­ment­vo­lu­men, ist an der iri­schen Bör­se ko­tiert. Der Ak­ti­en­kurs und der an­tei­li­ge Schätz­wert (NAV, Net As­set Va­lue) sind von Ja­nu­ar bis No­vem­ber 6% ge­wach­sen.

An der Schwei­zer Bör­se sind drei An­la­ge­ge­sell­schaf­ten ko­tiert, die Buy­out-Port­fo­li­os von sub­stan­zi­el­lem Um­fang hal­ten. Den bes­ten Wert­zu­wachs im zu­rück­lie­gen­den Jahr er­reich­te Pri­va­te Equi­ty Hol­ding, de­ren auf Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen und Fonds­an­la­gen auf­ge­teil­tes Ver­mö­gen von gut 200 Mio. € gut 14% ge­klet­tert ist. Wird zur Ent­wick­lung des Ak­ti­en­kur­ses die Di­vi­den­de ad­diert, re­sul­tiert ei­ne Ge­samt­per­for­mance 2013 von 20%.

Qu­el­le:

Un­ter Ein­be­zug der Aus­schüt­tung rund 10% ge­won­nen ha­ben die Ak­tio­nä­re von Cast­le Pri­va­te Equi­ty (600 Mio. $ Vo­lu­men) und Sha­pe Ca­pi­tal (noch 80 Mio. Fr.), die mehr­heit­lich im Buy­out-Seg­ment in­ves­tiert sind. Cast­le re­inves­tiert ei­nen Teil des Mit­tel­rück­flus­ses aus den In­vest­ments, stei­gert je­doch auch die Di­vi­den­de. Sha­pe Ca­pi­tal ver­folgt ei­ne Schrump­fungs­stra­te­gie. Die frei wer­den­den Mit­tel wer­den für den Rück­kauf von Ak­ti­en und mas­si­ve Aus­schüt­tun­gen ein­ge­setzt, was den mar­kan­ten Kurs­rück­gang er­klärt.

Die Pa­pie­re der Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten wer­den von den An­le­gern mit ei­nem Kurs­ab­schlag ver­se­hen. Im Fall der drei an der SIX ko­tier­ten Ve­hi­kel steht der Kurs 20 bis 30% un­ter dem Schätz­wert (NAV). Kom­pen­siert wird da­mit die be­grenz­te Han­dels­li­qui­di­tät in den Pa­pie­ren und die vor­her­seh­ba­re wei­te­re Be­las­tung von Ge­büh­ren. Da­zu kom­men Be­den­ken über die Ver­läss­lich­keit der Port­fo­li­o­be­rech­nung. Sie ba­siert auf der Dis­kon­tie­rung ge­schätz­ter künf­ti­ger Er­trä­ge der mit­fi­nan­zier­ten Un­ter­neh­men oder auf der An­wen­dung von Be­wer­tungs­ra­ti­os ko­tier­ter Ver­gleichs­un­ter­neh­men. An­pas­sun­gen fin­den ver­zö­gert Ein­gang in die Be­richt­er­stat­tung.

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