Hy­po Lenz­burg bleibt so­lid

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ/KONSUM - RG

Tra­di­tio­nel­ler­wei­se ist die klei­ne Hy­po­thekar­bank Lenz­burg die erste ko­tier­te Schwei­zer Re­tail­bank, die das Er­geb­nis ver­öf­fent­licht. So auch heu­er. Die Bank konn­te 2013 den leicht rück­läu­fi­gen Zins­er­folg durch das in­dif­fe­ren­te Ge­schäft kom­pen­sie­ren. Den­noch weist sie un­ter dem Strich zum drit­ten Mal in­fol­ge ei­nen nied­ri­ge­ren um die Zu­wei­sung an die Re­ser­ven für all­ge­mei­ne Ban­k­ri­si­ken be­rei­nig­ten Ge­winn aus.

Da­bei fiel je­doch ein buch­hal­te­ri­scher Ef­fekt ins Ge­wicht: Die Bank hat sich aus steu­er­li­chen Grün­den da­für ent­schie­den, ei­nen Teil der Ri­si­ko­vor­sor­ge nicht über den Pos­ten «Re­ser­ven für all­ge­mei­ne Ban­k­ri­si­ken», son­dern wei­ter oben in der Er­folgs­rech­nung über die we­ni­ger frei­en «Wert­be­rich­ti­gun­gen, Rück­stel­lun­gen und Ver­lus­te» zu ver­bu­chen, wie CEO Ma­ri­an­ne Wil­di vor den Me­di­en er­klär­te. Ope­ra­tiv be­trach­tet, ge­mes­sen am Brut­to­ge­winn, er­ziel­te die Hy­po Lenz­burg ein 4% bes­se­res Er­geb­nis als im Vor­jahr (vgl. Ta­bel­le oben).

Der Ge­ne­ral­ver­samm­lung vom 15. März wird – wie im­mer seit 2008 – ei­ne Di­vi­den­de von 110 Fr. pro Ak­tie vor­ge­schla­gen. Das gros­se The­ma an der GV dürf­te je­doch nicht die Aus­schüt­tung sein, son­dern der erst­ma­li­ge Ein­satz ei­nes elek­tro­ni­schen Wahl­ver­fah­rens. Das ist not­wen­dig, um die Min­der-Initia­ti­ve um­zu­set­zen. Die Kos­ten da­für wer­den auf 0,25 bis 0,5 Mio. Fr. ver­an­schlagt und brach­ten die Bank da­zu, über ih­re Ko­tie­rung nach­zu­den­ken. Ei­ne De­ko­tie­rung wur­de je­doch ver­wor­fen.

Im Pro­gramm zum Steu­er­streit mit den USA hat sich die Hy­po Lenz­burg vor­sichts­hal­ber in die Ka­te­go­rie 2 ein­ge­teilt. Das er­lau­be es ihr, «den Pro­zess bes­ser zu de­fi­nie­ren», er­läu­ter­te Wil­di. Es sei ei­ne «ri­si­ko­ge­rech­te» Rück­stel­lung ge­bil­det wor­den, de­ren Hö­he je­doch nicht be­zif­fert wird. Der­zeit ist die Bank dar­an, die gut hun­dert US-Per­so­nen un­ter ih­ren Kun­den per­sön­lich zu kon­tak­tie­ren. Bis jetzt – die gröss­ten US-Kun­den er­wie­sen sich als sau­ber – hat sie kei­ne Steu­er­sün­der ge­fun­den. Bleibt es da­bei, wird sie sich in die Ka­te­go­rie 3 um­tei­len. Mit Blick auf 2014 rech­net die Bank mit ei­ner sta­bi­len Er­trags­kraft, auch wenn das Aus­lei­hungs­ge­schäft auf­grund der schär­fe­ren Li­qui­di­täts­vor­schrif­ten et­was ge­bremst wer­de.

Die Ak­ti­en der Hy­po Lenz­burg sind mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 14 (Ba­sis ge­schätz­ter Ge­winn 2014) nicht be­son­ders güns­tig, und auch die Aus­schüt­tungs­ren­di­te von 2,7% ist kein Kauf­ar­gu­ment. Für Max Bühl­mann, Präsident des Ver­wal­tungs­rats, «be­sitzt man sie nicht, um kurz­fris­tig Geld zu ver­die­nen, son­dern um sie zu ver­er­ben». Dem ist nichts hin­zu­zu­fü­gen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Hy­po Lenz­burg im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/HBLN

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