Ri­che­mont zu un­recht be­straft

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Die An­le­ger sind ent­täuscht. Statt wie er­hofft leicht über 10% ist der Um­satz von Ri­che­mont in Lo­kal­wäh­run­gen nur 9% ge­wach­sen. Die Wäh­rungs­ef­fek­te mit ein­ge­rech­net blei­ben gar nur 3% Wachs­tum üb­rig. Zu­dem be­rei­tet Chi­na mit rück­läu­fi­gem Um­satz noch im­mer Sor­gen. Die Ak­ti­en tauch­ten am Don­ners­tag 2%, er­hol­ten sich aber am Frei­tag be­reits wie­der leicht.

Skep­sis ist we­gen der Ent­wick­lung in Chi­na zwar durch­aus an­ge­bracht. Doch ge­mes­sen an den Zah­len gibt es auch Grund, op­ti­mis­tisch zu sein. Ri­che­mont setzt wie Kon­kur­rent Swatch Group ver­mehrt auf ei­ge­ne Ge­schäf­te. So kann das Sor­ti­ment bes­ser ge­steu­ert, der Ver­kauf bes­ser kon­trol­liert und vor al­lem auch der Ein­kauf kun­den­ge­rech­ter ge­plant wer­den. Das Wachs­tum in ei­ge­nen Bou­ti­quen hat sich in Lo­kal­wäh­run­gen im letz­ten Quar­tal auf 14% ver­bes­sert (ers­tes Halb­jahr +11%). Der Gross­han­del, der die un­ab­hän­gi­gen De­tail­händ­ler be­lie­fert, ist le­dig­lich 3% ge­wach­sen. Das spie­gelt die Vor­sicht der Ein­zel­händ­ler in kon­junk­tu­rell schwie­ri­gen Pha­sen.

Er­freu­lich ent­wi­ckelt sich das Schmuck­ge­schäft und da­mit die Top­mar­ke Car­tier. Das Seg­ment – Je­wel­le­ry Mai­sons –, zu dem aus­ser Car­tier auch Van Cleef & Ar­pels ge­hört, hat in Lan­des­wäh­rung 10% zu­ge­legt. Schmuck dürf­te auch in Chi­na recht ge­fragt sein und die Zu­rück­hal­tung, die im Uh­ren­seg­ment nicht zu­letzt we­gen der Kri­tik an Ge­schen­ken an Of­fi­zi­el­le und In­dus­tri­el­le be­steht, et­was aus­glei­chen.

Weit über dem Grup­pen­durch­schnitt liegt das Wachs­tum von Net-a-Por­ter. Das On­li­ne­mo­de­por­tal ist nicht zu­letzt in Ame­ri­ka im­mer er­folg­rei­cher. Ein Sor­gen­kind bleibt je­doch Mont­blanc. Wäh­rungs­be­rei­nigt wächst der Um­satz des Her­stel­lers von Schreib­ge­rä­ten nur 1%.

Im Kon­kur­renz­ver­gleich liegt das Um­satz­plus von 9% im Rah­men von Tif­fa­ny und Swatch Group. Die Ak­ti­en von Ri­che­mont sind in den letz­ten Mo­na­ten bes­ser ge­lau­fen als die von Swatch Group. Die Be­wer­tung ge­mes­sen am Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis auf Ba­sis der Ge­winn­schät­zung für 2014 ist mit 17 et­was hö­her als die von Swatch (16). Bei­de Ak­ti­en dürf­ten die­ses Jahr nicht zu den Über­flie­gern ge­hö­ren. Wer je­doch lang­fris­tig in­ves­tiert, für den sind so­wohl Ri­che­mont als auch Swatch mit leich­ter Prä­fe­renz für Letz­te­re kau­fens­wert. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Ri­che­mont im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/CFR

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