Zu viel, zu gross

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MG

An­le­ger lie­ben Roy­al Dutch Shell, das gröss­te eu­ro­päi­schen Öl- und Gas­un­ter­neh­men, nicht be­son­ders. Die Ak­ti­en rück­ten seit An­fang 2013 nur 3% vor, ob­wohl sie über 5% Di­vi­den­den­ren­di­te ab­wer­fen; die Per­for­mance der Ti­tel war im ver­gan­ge­nen Jahr 6% schlech­ter als ein In­dex eu­ro­päi­scher Öl- und Gas­ti­tel. Die An­le­ger wer­fen dem nie­der­län­disch-bri­ti­schen Kon­zern vor, er rich­te mit zu gros­ser Kel­le an und schaue zu we­nig auf den Er­trag sei­ner In­ves­ti­tio­nen.

In der Tat: 2013 in­ves­tier­te der Mul­ti 45 Mrd. $ und über­schritt da­mit sei­ne ur­sprüng­li­chen Plä­ne um 5 Mrd. $. Bis 2015 sol­len wei­te­re 55 Mrd. $ in­ves­tiert wer­den. Shell ar­gu­men­tiert, sie müs­se so viel aus­ge­ben, um die För­der­vo­lu­men hoch­hal­ten zu kön­nen – ei­nes der gros­sen Pro­ble­me der meis­ten Öl- und Gas­mul­tis, denn vie­le ih­rer ak­tu­ell pro­du­zie­ren­den Fel­der ha­ben den För­der­ze­nit be­reits über­schrit­ten.

Doch Shell gibt auch viel Geld aus, das nichts bringt. Die «Fi­nan­ci­al Ti­mes» hat kürz­lich vor­ge­rech­net, dass ein Drit­tel des Ka­pi­tals in der Bi­lanz des Kon­zerns kei­nen Er­trag ab­wirft. Da­zu ge­hö­ren et­wa der Raf­fi­ne­rie­be­reich, der von Über­ka­pa­zi­tä­ten und schwä­cheln­der Nach­fra­ge im re­zes­si­ons­ge­plag­ten Eu­ro­pa ge­prägt ist, die Hälf­te des US-Ge­schäfts, wo ein Preis­zer­fall in Gas die Rech­nung rot aus­se­hen lässt, oder der 8-Mrd.-$-An­teil am Kas­ha­gan-Öl­feld im Kas­pi­schen Meer, das we­gen tech­ni­scher Pro­ble­me nicht in Be­trieb ge­nom­men wer­den kann.

Da macht es Sinn auf­zu­räu­men. Der seit 1. Ja­nu­ar am­tie­ren­de neue Shell-CEO Ben van Beur­den hat da­mit be­reits be­gon­nen. Als Ers­tes will er im Rah­men ei­nes De­ves­ti­ti­ons­pro­gramms über 15 Mrd. $ rei­fe Ak­ti­va in der Nord­see los­schla­gen.

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